Wasserdampf steigt aus dem Kühlturm vom Atomkraftwerk (AKW) Isar 2. Das Kernkraftwerk im Landkreis Landshut ist das letzte in Bayern, das noch nicht endgültig vom Netz gegangen ist. Block 1 des AKW befindet sich seit 2017 im Rückbau, Block 2 soll Ende 2022 abgeschaltet werden.

Wasserdampf steigt aus dem Kühlturm vom Atomkraftwerk (AKW) Isar 2. Das Kernkraftwerk im Landkreis Landshut ist das letzte in Bayern, das noch nicht endgültig vom Netz gegangen ist. Block 1 des AKW befindet sich seit 2017 im Rückbau, Block 2 soll Ende 2022 abgeschaltet werden.

Foto: © Armin Weigel/dpa

Im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise und den daraus resultierenden Risiken für die Versorgungssicherheit soll aus der Sicht des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) die Politik den Ausbau der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz massiv beschleunigen. Kurzfristig sollten mit Hilfe von Erdgas aus anderen Ländern die Gasspeicher aufgefüllt und bereits in Reserve befindliche Kohlekraftwerke für einen überschaubaren Übergangszeitraum genutzt werden, heißt es in einer Mitteilung des VDI vom Montag.

Die Debatte über eine Verlängerung des Betriebs der drei noch aktiven Kernreaktoren Isar 2, Emsland und Neckarwestheim über den 31. Dezember 2022 hinaus sei hingegen nicht zielführend. "Aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage ist die Versorgungssicherheit auf einer kurzfristigen Zeitschiene bis nächsten Winter mit Hilfe von Alternativen zu russischen Energieimporten zu gewährleisten. Die Laufzeitverlängerung der deutschen KKW ist dafür keine Option," wird der Vorsitzende der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt, Jochen Lambauer, in der Mitteilung zitiert.

Beschaffung neuer Brennelemente dauert

Eine Verlängerung des Betriebs der drei Kernkraftwerke werde eine "Herausforderung in technischer, organisatorischer und regulatorischer Hinsicht darstellen", erklärt der VDI und nennt dafür vier folgende Gründe:

  • Die Betreiber die Reaktoren so gefahren haben, dass die Brennelemente bei einem Betrieb über die vorgesehene Laufzeit ausgetauscht werden müssten. Für die Beschaffung und Einsatzplanung neuer Brennelemente benötigt man laut VDI unter normalen Umständen 18 bis 36 Monate.
  • Die Personalplanungen im Hinblick auf das Ende der Laufzeit am 31. Dezember 2022 so gestaltet wurden, dass über Regelungen zu Vorruhestand und Altersteilzeit bereits jetzt und insbesondere nach diesem Termin ein signifikanter Teil des Betriebs- und Schichtpersonals abgebaut werden. Inwieweit und bis wann vertragliche Änderungen oder Personalverschiebungen aus anderen Anlagen einschließlich notwendiger Aus- und/oder Weiterbildung möglich sind, wäre zu klären.
  • Die für einen sicheren Betrieb über den 31. Dezember 2022 hinaus notwendigen Anlagenrevisionspläne erst ausgearbeitet werden müssten und zurückgestellte nicht- sicherheitsrelevante Prüfungen, Instandhaltungsarbeiten sowie Um- und Nachrüstprojekte nachgeholt werden müssten.
  • Die für die technischen Arbeiten notwendigen Dienstleister und Lieferanten ihrerseits im Hinblick auf den Stichtag 31. Dezember 2022 ihre Kapazitäten entsprechend reduziert haben bzw. planen, diese zu reduzieren. (hil)
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