Zuerst fegte Sturmtief "Klaus", dann "Luis" über Deutschland und brachte die Windräder ordentlich zum Drehen.

Zuerst fegte Sturmtief "Klaus", dann "Luis" über Deutschland und brachte die Windräder ordentlich zum Drehen.

Bild: © Roland Weihrauch/dpa

Der Start ins Jahr ist geglückt. Dieser Satz mag für Betreiber von Windkraftanlagen gelten, nicht aber wohl für deutsche Energieversorger. Letztere ächzten auch im Januar unter rekordhohen Strompreisen.

Der erste Monat des Jahres 2022 begann mit so viel Windstrom wie selten, wie Daten der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts zeigen. 35 Prozent trugen Windkraftanlagen hierzulande zum Strommix bei. Ein neuer Rekordwert für den Januar.

Erneuerbaren-Anteil auf Allzeithoch

In absoluten Zahlen waren es 16,0 TWh. Das waren 4,3 TWh mehr als im Vorjahreszeitraum und nur geringfügig weniger als im Januar 2020 (16,2 TWh).

Erneuerbare Energieanlagen insgesamt steuerten 48 Prozent zum Strommix bei – auch das ein Allzeithoch für Januar.

Kernenergie-Anteil halbiert sich

Anders als im ebenfalls Jahr 2020 ging der Windaufschwung nun aber nicht auf Kosten fossiler Energiequellen. Die Braunkohle landete mit einem Anteil von 20 Prozent auf Platz zwei, Gas und Steinkohle mit Anteilen von jeweils zwölf Prozent auf den Rängen drei und vier.

Dagegen halbierte sich der Beitrag der Kernenergie innerhalb eines Jahr auf nun sechs Prozent. Grund dafür ist die Abschaltung der Kernkraftwerke Gundremmingen, Brokdorf und Grohnde Ende 2021.

Französischer Strom noch teurer

Extrem hohe Gas- und Kohlepreise an den globalen Märkten stützten im Januar die Strompreise. Auch die CO2-Preise legten von 80 auf 90 Euro pro Tonne CO2 zu. Dies führte dazu, dass auch der Day-Ahead an der Energiebörse EEX so hoch wie nie an einem Januar zuvor notierte. Energy-Charts ermittelte einen durchschnittlichen Börsenstrompreis von 168 Euro pro MWh. Damit hat sich der Preis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdreifacht.

Im Vergleich zu anderen großen europäischen Industrieländern steht Deutschland damit aber sogar noch recht gut da. In Frankreich, das unter vorübergehend abgeschalteten Atomkraftwerken leidet, kostete die Megawattstunde im Schnitt 212 Euro. In Norditalien, wo Strom überwiegend aus Gas gewonnen wird, lag der durchschnittliche Börsenstrompreis sogar bei 227 Euro pro MWh. (aba)

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