Bereits seit März produzieren die vier Windräder in Bobstadt-Schweigern Strom. Jetzt wurde die reibungslose Zusammenarbeit vor Ort nachträglich gefeiert.

Bereits seit März produzieren die vier Windräder in Bobstadt-Schweigern Strom. Jetzt wurde die reibungslose Zusammenarbeit vor Ort nachträglich gefeiert.

Bild: © Zeag

Die letzte Ausschreibung in diesem Jahr endete mit einer echten Überraschung. Die Gebotsrunde war mit insgesamt 76 eingereichten Geboten und einem Umfang von fast 686 MW zum ersten Mal in diesem Jahr leicht überzeichnet. Ausgeschrieben waren zum Gebotstermin 1. Dezember 500 MW.

Ein Ergebnis, das in keinem Vergleich zu der Ausschreibungsrunde im Oktober steht. Damals waren 675 MW ausgeschrieben und lediglich 204 MW wurden von Bietern eingereicht. Ähnlich gravierend verhielten sich Angebot und Nachfrage bei den vier anderen Gebotsterminen seit Januar 2019.

Bürgerenergie greift in Bayern an

Aktuell wurden 56 Gebote mit einem Volumen von gut 509 MW bezuschlagt. Dabei lagen die Zuschlagswerte zwischen 5,74 Cent pro kWh und 6,18 Cent pro kWh. Auch das ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur Vorrunde mit Werten zwischen 6,20 Cent pro kWh und 6,11 Cent pro kWh. Unter den erfolgreichen Bieterin waren acht Bürgerenergiegesellschaften, darunter zwei für einen Standort in Bayern.

Zu den regionalen Spitzenreitern des Windzubaus zählten in dieser Runde Brandenburg mit insgesamt 17 Zuschlägen und 174 MW, gefolgt von Niedersachsen mit drei Zuschlägen und 73 MW und Nordrhein-Westfalen mit gut 72 MW, verteilt auf elf erfolgreiche Gebote.

Keine Entwarnung, nur Zwischenhoch

Die Branche sieht das Ergebnis dennoch nicht als Grund zur Hoffnung, wie VKU-Hauptgeschäftsführer Michael Wübbels verdeutlicht: „Dass die Ausschreibungen für Windenergie an Land jetzt zum ersten Mal in diesem Jahr nicht unterdeckt sind, ist eine gute Nachricht. Klar ist aber: Daraus lässt sich noch kein Trend ableiten.“

Ähnlich sieht das die neue BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae: "Der massive Einbruch beim Windenergie-Ausbau in diesem Jahr erfordert konsequentes Handeln: Es muss ausreichend Fläche für neue Windkraftanlagen geben, Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt werden.“

Bund-Länder-Vereinbarungen auf den Weg bringen

Der Bundesverband Windenergie verweist in diesem Kontext auf den Arbeitsplan zur zeitlichen Straffung der Genehmigungsverfahren, der im September vorgelegt wurde.

„Seitdem sind fast drei Monate vergangen, in denen wir keine nennenswerten Fortschritte gesehen haben. Bund und Länder sind gemeinsam gefordert, Anfang 2020 belegbare Reformen des Genehmigungsverfahrens anzuschieben. Dazu braucht es kurzfristig eine Bund-Länder-Vereinbarung zum Abbau von Genehmigungshemnissen. Eine schnelle Absenkung der Prüfradien um Drehfunkfeuer steht ebenfalls auf der Tagesordnung, um mehr Fläche für neue Anlagen entlang internationaler Standards zu sichern“, kommentiert Hermann Albers, Präsident des BWE. (ls)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper