Die Abfallverwertungsanlage Velsen wird zu einer Kraft-Wärme-Koppelungsanlage mit Anschluss an das Fernwärmenetz ausgebaut.

Die Abfallverwertungsanlage Velsen wird zu einer Kraft-Wärme-Koppelungsanlage mit Anschluss an das Fernwärmenetz ausgebaut.

Bild: © Steag/EVS

Die Saarbrücker Steag New Energies GmbH und die Fernwärme Verbund Saar GmbH (FVS) haben gemeinsam mit dem Entsorgungsverband Saar (EVS) die Abfallverwertungsanlage (AVA) Velsen um eine Wärmeauskopplung erweitert. Ab der Heizperiode 2022/2023 werden pro Jahr rund 170.000 Megawattstunden (MWh) Wärme über eine sechs Kilometer lange Anschlussleitung in die Fernwärmeschiene Saar eingespeist, heißt es in einer Pressmitteilung.

Mit dem Projekt kommen die Partner nach eigenen Angaben  dem langfristigen Ziel einer Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung im Saarland näher. „Dieses Projekt leistet einen wichtigen Beitrag, die Wärmeversorgung im Saarland sowohl krisensicher als auch klimafreundlich aufzustellen“, unterstreicht Wirtschafts- und Energieminister Jürgen Barke. Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen durch die Energiekrise gelte es, die heimischen Wärmepotenziale umfassend zu erschließen. „Damit machen wir unseren Industriestandort unabhängiger von Verwerfungen an den Energiemärkten.“

Für den EVS hat die Anbindung seiner Abfallverwertungsablage an die Fernwärmeschiene Saar Leuchtturm-Charakter. Schon lange speist die AVA Velsen Strom für rund 35.000 Haushalte ins öffentliche Netz ein. Jetzt wird ihr Potenzial darüber hinaus auch für die Lieferung von Wärme genutzt. 16.000 Haushalte versorgt die AVA Velsen ab der aktuell beginnenden Heizperiode rechnerisch mit Fernwärme.

"Gebührenhaushalt wird zusätzlich entlastet"

 „Die konsequente Nutzung der vorhandenen grünen Energieressourcen ist gut fürs Klima und für den Gebührenhaushalt, der durch die zu erwartenden Einnahmen ebenfalls entlastet wird. Das zeigt einmal mehr, dass die Entsorgungsbranche einen wichtigen Beitrag leisten kann, wenn es um die nachhaltige Umgestaltung unserer Energieversorgung geht“, so  EVS-Geschäftsführer Stefan Kunz.

Wertvoller Beitrag zum Klimaschutz

Bereits heute stammen mehr als 90 Prozent der Heizwärme und des warmen Wassers, mit der die Fernwärmeschiene Saar (FVS) ihre mehr als 13.500 Kunden entlang des 660 Kilometer langen Leitungsnetzes versorgt, aus klimafreundlicher Abwärmenutzung oder aus Energieerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).

Für den Ausbau der Abfallverwertungsanlage Velsen zu einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage und den Bau einer Anschlussleitung an das bestehende Fernwärmenetz des FVS haben die Partner zusammen über 20 Millionen Euro investiert. Mit den jährlich ausgekoppelten 170.000 MWh Wärme wird sich die Klimabilanz der Fernwärmeversorgung an der Saar noch einmal verbessern. (hoe)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper