Die Aachener Stadtwerke Stawag und die Fraunhofer-Gesellschaft haben eine Kooperation geschlossen, um die Wärmeversorgung in der Region nachhaltiger zu gestalten. Nach Erfolgen beim Ausbau der erneuerbaren Energien gelte es nun auch, diesen Bereich auf "grün" zu stellen, teilt Stawag-Vorstand Christian Becker in einer Presseaussendung mit.
Bislang wird der größte Teil der Aachener Nah- und Fernwärme aus der Abwärme des Kohlekraftwerks Weisweiler bezogen. Effiziente Kraft-Wärme-Kopplung sowie erneuerbare Energie wie Geothermie sollen das bis 2030 grundlegend ändern. Auch solarthermische Projekte und innovative Nahwärmekonzepte stünden auf der Agenda, führt die Stawag aus.
Hydrothermale Geothermie vielversprechend
Rolf Bracke, Leiter der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie, hält etwa die hydrothermale Geothermie für vielversprechend. Diese Technologie nutzt heißes Wasser aus dem tiefen Untergrund als Wärmequelle. "Wie viel geothermische Energie in der Aachener Region steckt, wollen wir nun gemeinsam mit der Stawag klären", sagt er.
Die Kooperationspartner wollen in einem Aufsuchungsfeld im Aachener Nordosten mit der wissenschaftlichen Voruntersuchung beginnen. Erstes Ziel sei es, die vielversprechendsten Gesteinsschichten in einer Tiefe von drei bis fünf Kilometer zu kartieren und Hinweisen auf darin fließendes Thermalwasser mit Temperaturen von mehr als 100 Grad Celsius zu finden, heißt es.
Drittel der Weisweiler-Leistung durch Tiefengeothermie?
"Für uns startet nun die Detailarbeit", sagt Stawag-Energie-Geschäftsführer Frank Brösse. "Insgesamt erhoffen wir uns, mit der Tiefengeothermie ein Drittel der Leistung, die wir bislang aus Weisweiler beziehen, ersetzen zu können." Bis es soweit sei, würden allerdings noch einige Jahre vergehen. (ab)
