Aus alt mach neu: Die Union möchte eine "Klimaprämie" als Anreiz für heimische Modernieserungsmaßnahmen einführen.

Aus alt mach neu: Die Union möchte eine "Klimaprämie" als Anreiz für heimische Modernieserungsmaßnahmen einführen.

Bild: © Daniel Karmann/dpa

„Wie heizt Deutschland?“, mit dieser Frage beschäftigt sich die gleichnamige BDEW-Studie. Der Bundesverband hat erstmals seit 2019 den deutschen Heizungsmarkt analysiert und hierfür 6500 Haushalte in Interviews befragt. Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Die Wärmewende nimmt Fahrt auf, allerdings nur sehr langsam.

Der Anteil von Wärmepumpen an den Heiztechnologien in Deutschlands Wohnungen habe sich seit der letzten Befragung vor vier Jahren mehr als verdoppelt, so die Studienautor:innen. Trotzdem ist der Anteil an Wärmepumpen mit  5,7 Prozent nach wie vor verschwindet gering. Hingegen werden immerhin 23 Prozent der deutschen Wohnungen noch mit einer Öl-Zentralheizung beheizt. Hier gab es einen Rückgang von zwei Prozent im Vergleich zur vorherigen Studienerhebung. 

Süden setzt auf Öl, Norden auf Fernwärme

Deutlich wird in den Zahlen auch: Wie Deutschland heizt, ist regional sehr unterschiedlich. Während im Nordwesten die Gasheizung klar die Heiztechnologie Nummer eins ist, heizt vor allem in den südlichen Bundesländern ein großer Teil der Haushalte mit Öl. Im Norden und Osten ist Fernwärme deutlich weiter verbreitet als im Rest des Landes.

Ein großes Problem für die CO2-Emmissionen des Gebäudesektors sind alte ineffiziente Heizungen. In der Studie wurde daher auch das Alter von Heizungen betrachtet. Heute sind Heizungsanlagen in Deutschland im Schnitt 13,9 Jahre alt und damit rund drei Jahre jünger als noch im Jahr 2019. Dennoch ist immer noch jede dritte Heizung älter als 20 Jahre.

Ölheizungen sind im Schnitt fast 18 Jahre alt

Mit Blick auf das Alter gebe es zudem große Unterschiede zwischen den einzelnen Heiztechnologien, so die Studie: Ölheizungen sind im Schnitt 17,7 Jahre alt, Gaszentralheizungen 12,4 und die übrigen Heizungssysteme zusammengenommen 12,6 Jahre alt.

Aus Sicht der Vorsitzenden der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae, muss die Wärmewende nun Tempo aufnehmen: „Mit dem bereits beschlossenen Gebäudeenergiegesetz und dem Wärmeplanungsgesetz, das kommende Woche durch den Bundestag gehen soll, wurden in diesem Jahr die zentralen gesetzlichen Leitplanken für die Wärmewende gelegt. Nun müssen aus Paragrafen Heizungen werden.“

Menschen müssen mitgenommen werden

Hierfür brauche es laut Andreae unter anderem eine bessere Kommunikation mit den Menschen vor Ort. „Die Wärmewende braucht einen besseren Ruf“, sagt die Verbandschefin bei der Online-Vorstellung der Studie. Die Wärmewende sei die Königsdisziplin der Energiewende. Kein anderer Bereich sei so nah an den Menschen dran und diese müssten mitgenommen werden. Hierfür sei die Politik gefragt, die den Menschen ein klares Konzept und Unterstützung bieten müsste.

Darüber hinaus geht es die kommenden Jahre um den Aus- und Umbau der Netzinfrastrukturen. Die Erstellung der kommunalen Wärmepläne sei hier ein erster, notwendiger Schritt. Entscheidend sei nun, dass Planung und Umsetzung Hand in Hand gehen. Dazu müssen die regionalen Netzbetreiber von Anfang an eng einbezogen werden, betont Andreae.

Investitionen in die Netzinfrastruktur nötig

„Für die enormen Infrastrukturinvestitionen, die für die Wärmewende notwendig sind, braucht es zudem Planungssicherheit und eine finanzielle Absicherung. Dafür braucht es von der Bundesregierung einen Förderrahmen, der den Netzbetreibern die notwendigen Investitionen ermöglicht“, resümiert die Verbands-Vertreterin. (lm)

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