Der Markt für Contracting hat sich auch im Jahr 2023 stabil entwickelt. Die Branche konnte erneut ein leichtes Wachstum verzeichnen. In die Zukunft blickt sie "nicht euphorisch, aber optimistisch", so der Tenor bei einer Onlineveranstaltung des Branchenverbands Vedec.
Der Vedec (Verband für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting) vertritt laut dem Vorstandsvorsitzenden Tobias Dworschak ungefähr die Hälfte aller Anbieter in Deutschland und hat jetzt die Marktzahlen für das zurückliegende Jahr veröffentlicht.
Plus acht Prozent Umsatz
Demnach verzeichnete die Branche 2023 einen Zuwachs an laufenden Verträgen in Höhe von rund fünf Prozent auf zuletzt insgesamt 82.568 Verträge. Der Gesamtumsatz lag zum Jahresende bei 4,95 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von rund acht Prozent. Damit setzt sich der Trend weiter fort. Den Daten zufolge steigen sowohl die Zahl der Verträge als auch der Umsatz jedes Jahr an.
Eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen habe außerdem ergeben, dass diese eher optimistisch auf das laufende Jahr blicken. "Das hat mich überrascht", so Verbandschef Dworschak weiter. Als einen Grund führt er die Energiepreiskrise an.
Dennoch warnt sein Verband vor allzu großer Sorglosigkeit. Zwar stieg der Anteil erneuerbarer Energien am Contracting im Jahresvergleich um vier Prozentpunkte auf nun 27 Prozent. Doch seien aktuell auf Kundenseite vor allem fossile Heizungen gefragt.
Öl-Brennwertkessel gefragt
Die einzigen Wärmeerzeuger, die im ersten Halbjahr dieses Jahres nicht weniger gekauft wurden als im Vorjahreszeitraum, seien ölbasiert. Während die Nachfrage nach allen anderen Technologien teils massiv zurückging, legte die nach Öl-Brennwertkesseln zu.
Wärme hat traditionell den größten Anteil am Contracting. Zuletzt lag er bei 85 Prozent. Dahinter folgen Strom (zwölf Prozent) und Kälte (zwei Prozent). Aus Dworschaks Sicht ist der vermehrte Einsatz fossiler Anlagentechnik "alarmierend". Das erschwere perspektivisch die Wärmewende. Um nicht nur die Wärmewende zu schaffen, sondern auch der Branche mehr Planungssicherheit zu geben, fordert der Vedec einen stabileren politischen Rahmen.
Auch die Mitgliederumfrage habe gezeigt, dass "Preise und Unsicherheiten" als das mit Abstand größte Hemmnis wahrgenommen werden. Auf den Plätzen zwei und drei landen die aus Branchensicht unzureichende Wärmelieferverordnung beziehungsweise das Gebäudeenergiegesetz. Weitere Daten hat der Verband auf seiner Website veröffentlicht. (dz)
