Geothermie wird für immer mehr Stadtwerke zum wichtigen Hebel für eine erfolgreiche Dekarbonisierung der Fernwärme, allerdings steht und fällt der Ansatz mit den geologischen Bedingungen vor Ort. Dem wollen sich die Stadtwerke Münster nun annehmen und mit einer 3D-Seismik kommendes Jahr einen tiefen Blick ins Erdreich wagen.
In der zweiten Jahreshälfte 2024 will der Versorger aus NRW mögliche Standorte in Münster identifizieren, an denen im nächsten Schritt nach heißem Thermalwasser gebohrt werden kann. Gleichzeitig soll das vom Land mit fast 5,8 Mio. Euro geförderte Projekt Türöffner für weitere Geothermieprojekte in Nordrhein-Westfalen sein.
Ohne staatliche Förderung wäre das Projekt nicht umsetzbar
Es ist die nicht erste geothermische Untersuchung in Münster. Bereits im Winter 2021 hat der Geologische Dienst NRW im Auftrag des Landes seismische Messungen im Untergrund vorgenommen. Drei vielversprechende Kalkgesteinsschichten waren das Ergebnis. Mit der kommenden Seismik sollen tiefe Gesteinsschichten nun dreidimensional dargestellt werden, um anhand dieser, dann mögliche Bohrungen zu planen.
Gerade mit Blick auf die aktuellen Unsicherheiten in Bezug auf den Bundeshaushalt 2024 zeigt sich mit diesem Projekt einmal mehr, wie wichtig die staatliche Förderungen im Energiewendebereich sind. Ohne die großzügige Förderung des Landes seien die Investitionskosten für die Erschließung Tiefer Geothermie für die Stadtwerke Münster nicht zu schultern. Die Landesförderung mache rund 50 Prozent der Gesamtkosten aus, betont der Stadtwerke Münster Geschäftsführer Sebastian Jurczyk.
Wissenstransfer für andere Versorger
Paralell zum 3D-Seismik-Projekt wollen die Stadtwerke einen Praxis-Leitfaden sowie ein Bewertungsmodell für Geothermiestandorte erarbeiten, die anderen Kommunen und Versorgern auf ihrem Weg zur Erdwärme helfen sollen. (lm)
