Das Naturwärmekraftwerk des Stadtwerks Tauberfranken hat seit dem Start im Jahr 2012 eine äußerst positive Entwicklung vollzogen. Mit den bereits angeschlossenen Wärmekunden und der damit entsprechenden Erzeugung kommt es früher als geplant an seine Kapazitätsgrenze. Diese ist bei einer Leistungsspitze von 9,1 MW thermisch erreicht. Rund 35 Mio. kWh Wärme und 6,8 Mio. kWh Strom werden regenerativ erzeugt, teilte das Stadtwerk Tauberfranken mit.
In den vergangenen zwei Jahren hat das Stadtwerk nach einer Alternative für die steigende Nachfrage gesucht: Nun baut es deshalb ein Heizwerk mit einem Gaskessel zur Spitzenlasterzeugung mit einer maximalen Leistung von 5 MW. Es entsteht auf dem ehemaligen Gelände des Sägewerks Rudolph und schafft so eine zweite Einspeisemöglichkeit in das Wärmenetz.
Technik nur vom Feinsten
Dieser Gaskessel mit modernster Technik entspricht technisch einer Gasheizung in Gewerbe- oder Industriegebäuden, er ist nur etwas größer dimensioniert. Gleichzeitig werden damit eine Reihe von Gas- und Öleinzelheizungen überflüssig. Dieses Heizwerk erhöht zusätzlich die Versorgungssicherheit, da auch Wärme eingespeist werden kann, wenn die Wärmeerzeugung am Naturwärmekraftwerk ausfallen sollte oder die Zuleitung von dort unterbrochen wäre.
Der Gaskessel wird allerdings nicht ständig betrieben. Er soll nur den Wärme-Mehrbedarf an kalten Tagen abdecken. Dadurch wiederum wird der Biomassekessel am Naturwärmekraftwerk in den Sommer- und Übergangsmonaten besser ausgelastet.
Positive Bilanz des Naturwärmekraftwerks
Die angestrebte CO2-Einsparung von rund 13.000 Tonnen pro Jahr durch den Betrieb des Naturwärmekraftwerkes wird erreicht und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Rund 22 Mio. Euro hat das Stadtwerk in den vergangenen sieben Jahren in das Naturwärmekraftwerk und den Aufbau der Fernwärmeversorgung investiert.
Inzwischen ist ein rund zwölf Kilometer langes Fernwärmenetz entstanden, an dem über 100 große, mittlere und kleinere Wärmeabnehmer angeschlossen sind und mit Wärme aus dem Naturwärmekraftwerk versorgt werden. Für die Jahre 2020 und 2021 stehen bereits Wärmekunden mit einem zusätzlichen Leistungsbedarf von 2 MW fest, Anfragen für weitere 1,1 MW liegen noch vor. (ab)
