Ein Tor sichert eine Zufahrt zu einem Umspannwerk des Netzbetreibers Amprion in Bergheim (Nordrhein-Westfalen).

Ein Tor sichert eine Zufahrt zu einem Umspannwerk des Netzbetreibers Amprion in Bergheim (Nordrhein-Westfalen).

Bild: © Henning Kaiser/dpa

Infolge der Störung an einem Umspannwerk in Bergheim nahe Köln sind fünf Braunkohlen-Kraftwerksblöcke von RWE an zwei Standorten vom Netz gegangen. Diese Blöcke im Rheinischen Revier mit einer grundsätzlichen Kraftwerkskapazität von insgesamt rund 4.00 Megawatt speisten zum Zeitpunkt des Vorfalls rund 3000 MW benötigte Leistung ins Netz ein, schilderte ein Sprecher der RWE Power. 

Die allgemeine Stromversorgung blieb trotz des Vorfalls durchgehend sichergestellt. Das betonte Amprion, der Übertragungsnetzbetreiber, dem die Umspannanlage gehört, an der die Störung laut Polizei am Dienstagabend vorsätzlich herbeigeführt worden war. Entfallen die von RWE eingespeisten Mengen im Stromnetz für die Versorgung, können diese von Amprion aus anderen Bereichen herangezogen werden. 

Erster Block wieder in Betrieb gegangen

Laut RWE Power waren durch den Vorfall im Umfeld der Umspannanlage das Kraftwerk Niederaußem in Bergheim mit den Blöcken H, G und K betroffen. Am Kraftwerk Neurath in Grevenbroich seien die Blöcke G und F vom Netz gegangen. Der Block Niederaußen H sei aber bereits wieder ans Netz gegangen, sagte Sprecher Matthias Beigel der dpa am Morgen.

Zwei weitere Blöcke sollten im Tagesverlauf folgen. An der Wiederinbetriebnahme der beiden übrigen Blöcke werde ebenfalls gearbeitet, berichtete das Unternehmen weiter. 

Die Polizei in Essen geht bei dem Vorfall von einer Straftat aus. Vieles ist noch offen. Der Ort rund um die Anlage ist weiträumig abgesperrt.

Zweiter Anschlag innerhalb eines Tages

Bereits am Dienstagmorgen hatte es einen Anschlag auf ein Umspannwerk nahe dem Kraftwerk Jänschwalde in Südbrandenburg gegeben. Die Täter hatten mutmaßlich mithilfe von selbstgebauten Raketen einen Kurzschluss in einer Höchstspannungsleitung verursacht.

In der Folge hatte sich ein Block des Kohlekraftwerks Jänschwalde aus Sicherheitsgründen automatisch abgeschaltet. Laut Angaben des betroffenen Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz gelang es auch Dank eines hohen Anteils von erneuerbaren Energien im Stromnetz die Versorgung aufrechtzuerhalten.

Mehr dazu hier: "Feuerball": Details zum vereitelten Anschlag auf Umspannwerk

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