Von Daniel Zugehör
Josef Wolf zieht sich nach 23 Jahren an der Spitze der Stadtwerke Schwerin ins Privatleben zurück. Nach fast einem Vierteljahrhundert im Dienste der Versorgungssicherheit sei es nun an der Zeit, den Staffelstab zu übergeben, heißt es in einer Mitteilung des kommunalen Unternehmens.
Seinen Posten wird Wolf demnach zum 31. März 2025 aufgeben. Seit September 2023 teilte sich der 63-Jährige die Position mit Hanno Nispel, der dann zunächst alleiniger Geschäftsführer sein wird. Über eine mögliche Nachbesetzung des zweiten Geschäftsführerpostens werde derzeit in den zuständigen Gremien gesprochen und zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, erklärte eine Sprecherin auff Nachfrage. In Wolfs Amtszeit fielen Herausforderungen wie die Energiekrise, die Corona-Pandemie und ein Cyberangriff.
Besondere Bedeutung habe der Rückkauf der Kraftwerke Süd und Lankow 2018 nach zehnjährigem Rechtsstreit gehabt. Das war "eine wichtige Weichenstellung in Richtung solider Finanzen".
Der scheidende Chef selbst resümiert, die Zeiten seien nicht immer rosig gewesen. "Umso dankbarer bin ich für den Zusammenhalt und die Kollegialität meines Teams". Oberbürgermeister Rico Badenschier erklärte: "Sein Einsatz sicherte die Energieversorgung in herausfordernden Zeiten."
Engagement für grüne Energie
Ein Fokus lag dabei auf nachhaltiger Energie. So habe Wolf beispielsweise früh auf den Ausbau der Fernwärme gesetzt und 2015 den Bau einer Geothermieanlage eingeleitet, die heute grüne Wärme liefere. Gert Rudolf, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, sieht in den Entscheidungen eine solide Basis für künftige Projekte.
