Bernd Reichelt ist seit 2023 Geschäftsführer der Stadtwerke SH. Zuvor war er Geschäftsführer der Stadtwerke Munster-Bispingen und der Stadtwerke Menden.

Bernd Reichelt ist seit 2023 Geschäftsführer der Stadtwerke SH. Zuvor war er Geschäftsführer der Stadtwerke Munster-Bispingen und der Stadtwerke Menden.

Bild: © Stadtwerke SH

Bernd Reichelt verlässt die Stadtwerke SH zum Ende seines Vertrags am 30. April 2028. Das kündigte der Geschäftsführer und Werkleiter des Kommunalversorgers aus Schleswig-Holstein an. Reichelt ist seit Mai 2023 bei den Stadtwerken SH und will seinen laufenden Vertrag bis dahin erfüllen. Den Aufsichtsratsvorsitzenden habe er über seine Entscheidung informiert.


Wie es zu dem Schritt kam, wird von den Beteiligten unterschiedlich dargestellt. In einer Pressemitteilung der Stadtwerke SH heißt es, Reichelt habe im Frühjahr 2026 den Wunsch geäußert, über 2028 hinaus weiterzuarbeiten und den Vertrag zu verlängern. Der Geschäftsführervertrag sehe jedoch vor, dass über eine Verlängerung erst rund ein Jahr vor Vertragsende entschieden wird; daran habe sich der Aufsichtsrat gehalten. Vor diesem Hintergrund habe Reichelt entschieden, bis zum vereinbarten Ende zu bleiben und sich anschließend beruflich neu zu orientieren.

Flachere Hierarchien, neue Organisationsstruktur


Reichelt sagte der ZFK, es sei ihm vor allem um eine frühzeitige Entscheidung gegangen – auch mit Blick auf Planungssicherheit für Mitarbeitende und den Unternehmensverbund. So bleibe ausreichend Zeit, die Nachfolge vorzubereiten. Gerade in einer großen Kooperation müsse frühzeitig klar sein, wer künftig Ansprechperson sei.

Seit seinem Eintritt im Mai 2023 habe Reichelt den Zusammenschluss der Stadtwerke Schleswig, Rendsburg und Eckernförde mit ihren Tochtergesellschaften maßgeblich weiterentwickelt, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Ziel sei gewesen, den Verbund kulturell, prozessual und strukturell zukunftsfähig aufzustellen.


In den vergangenen drei Jahren sei eine moderne Organisationsstruktur entstanden, die Führungskräften mehr Eigenständigkeit und erweiterte Entscheidungsbefugnisse ermöglicht. Flachere Hierarchien, bereichsübergreifende Zusammenarbeit und die Nutzung der Schwarmintelligenz sorgten dafür, dass Entscheidungen schneller getroffen und die Kompetenzen der Mitarbeitenden besser genutzt werden. Dieser Weg habe sich kulturell wie wirtschaftlich als erfolgreich erwiesen.

Großprojekt IT-Harmonisierung


"Wir sind beim kulturellen Zusammenwachsen viel weiter als vor drei Jahren und haben eine starke Wir-Kultur", so Reichelt. Er arbeite in "einem tollen und sehr fordernden Projekt“. Man habe viel erreicht und könne gute Ergebnisse vorweisen. Bis zum Vertragsende will er den Transformationsprozess nach eigenen Angaben fortsetzen – gemeinsam mit dem Führungsteam, Mitarbeitenden, Gesellschaftern und Politik. In seiner Amtszeit sei eine der größten Aufgaben die IT-Harmonisierung gewesen, einschließlich der Zusammenführung von drei ERP-Systemen in eine neue Lösung.


Die Stadtwerke SH wurden 2019 gegründet. Sie sind die Kooperations- und Betriebsgesellschaft der drei kommunalen Versorger Stadtwerke Schleswig, Stadtwerke Eckernförde und Stadtwerke Rendsburg und übernehmen für diese die Betriebsführung"



Ich will mich bis zum Vertragsende mit voller Leidenschaft einbringen und weitere Zielmarken erreichen.

In den kommenden knapp zwei Jahren sollen Kulturwandel sowie Transformations- und Harmonisierungsprozesse beim Zusammenführen von insgesamt 19 Unternehmen mit über 600 Mitarbeitenden weiter vorangetrieben werden. Aufsichtsratsvorsitzender Holger Ley dankte Reichelt für die bisherige Entwicklung und begrüßte die frühe Mitteilung: Dadurch bleibe mehr Zeit, um die Nachfolge vorzubereiten.


Reichelt sagte, er wolle sich bis zum Vertragsende "mit voller Leidenschaft weiter einbringen und weitere Zielmarken erreichen“. Der Zeitdruck, diese zu erreichen, sei durch seine Entscheidung noch einmal gestiegen. Perspektivisch kann er sich gut vorstellen, in den verbleibenden Berufsjahren einen ähnlichen Kulturwandel bei einem anderen Kommunalversorger zu begleiten.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper