Dirk Sattur war seit Mai des vergangenen Jahres Vorstand der Badenova, jetzt hat ihn der Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung abberufen.

Dirk Sattur war seit Mai des vergangenen Jahres Vorstand der Badenova, jetzt hat ihn der Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung abberufen.

Bild: © Badenova

Mit einer in der Kürze und der Form ungewöhnlichen Mitteilung hat die Badenova am Mittwoch (14. Oktober) die sofortige Abberufung von Vorstand Dirk Sattur bekannt gegeben. Das Dienstverhältnis ende per sofort und erfolge aus "wichtigem Grund", heißt es in einer Pressemitteilung. Weitere Details werden auch auf Nachfrage bei der Pressestelle des kommunalen Energiedienstleisters nicht genannt.

Die Trennung von Sattur wurde in einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats beschlossen; Aufsichtsratsvorsitzender ist der parteilose Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn. "Die Badenova dankt Herrn Sattur für seine bisherige Arbeit“, heißt es in dem Communiqué kurz und knapp. Seine Aufgaben werden bis auf Weiteres vom Badenova-Vorstandsvorsitzenden Hans-Martin Hellebrand übernommen.

Sattur erklärte seinerseits: "Ich lasse den aktuellen Vorgang selbst rechtlich prüfen."

Auch Satturs Vorgänger schied frühzeitig aus

Sattur hatte seinen Vorstandsposten in Freiburg erst im Mai des vergangenen Jahres angetreten. Bei Badenova war er für die Themen Netze & Wasser, Wärme, erneuerbare Erzeugung, People & Culture sowie das Kommunal- und Kooperationsmanagement tätig. Zuvor war Dirk Sattur seit Oktober 2020 als Geschäftsführer mehrerer mitteldeutscher Netzgesellschaften innerhalb der EnviaM-Gruppe, darunter Mitnetz Strom und Mitnetz Gas, tätig.

Satturs Vorgänger Heinz-Werner Hölscher war Ende April 2024 nach knapp drei Jahren im Badenova-Vorstand im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Unternehmen ausgeschieden. Auch damals hatte Hans-Martin Hellebrand die Geschäfte kommissarisch weitergeführt. Hölscher arbeitet mittlerweile als Berater beim Aachener Beratungsunternehmen BET Consulting.


Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Bei einem Interview mit der ZFK im August des vergangenen Jahres betonten beide Vorstände, dass sie ihre Zusammenarbeit als Partnerschaft auf Augenhöhe interpretieren; in Satturs Bereich fielen unter anderem die Umsetzung der Wärmewende und der Ausbau der erneuerbaren Energien. Sattur hatte sich selbstbewusste und ambitionierte Ziele für seinen Bereich gesetzt und bekräftigte, eine eigene Handschrift als Vorstandskollege neben dem in der Branche sehr präsenten Hellebrand hinterlassen zu wollen.

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Hauptanteilseigner der Badenova sind die Thüga mit rund 42 Prozent und die Stadt Freiburg mit 31,5 Prozent. Weitere Anteile halten die Städte Offenburg (6,9 Prozent), Lörrach, Breisach, Waldshut-Tiengen sowie Lahr. Weitere knapp 100 Kommunen aus Südbaden sind mit insgesamt zehn Prozent an der Badenova beteiligt.







Gescheiterter Thüga-Deal mit Enercity

Ob ein Zusammenhang zwischen der Personalie und dem vorerst gescheiterten Ausstieg von Enercity bei der Thüga besteht, ist reine Spekulation. Die Badenova soll im Hintergrund eine treibende Kraft bei den Verhandlungen gewesen sein. Ziel soll es gewesen sein, die Rolle der Badenova und des Thügagesellschafters KOM 9 (dieser bündelt die Beteiligungen von rund 47 Stadtwerken und hält 38,41 Prozent der Thüga-Anteile) im Rahmen der geplanten Entflechtung zu stärken. Die KOM 9 hätte dadurch ihren Einfluss innerhalb der Thüga weiter ausbauen können, wie die ZFK aus gut unterrichteten Quellen weiß.

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