Digitale Kompetenz und technologische Aufgeschlossenheit von Führungskräften sind entscheidend für den KI-Einsatz in Stadtwerken.

Digitale Kompetenz und technologische Aufgeschlossenheit von Führungskräften sind entscheidend für den KI-Einsatz in Stadtwerken.

Bild:@ HudHudPro/Adobe_Stock

Von Christina Hövener-Hetz

Unternehmen setzen zunehmend auf künstliche Intelligenz, um Entscheidungen zu unterstützen oder gar zu automatisieren. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Centers for Leadership and Behaviour in Organizations an der Goethe-Universität Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), der FAZ und dem Beratungsunternehmen Groß & Cie.

Ein entscheidender Faktor ist das Verhalten der Führungskräfte. Besonders interessant: KI soll auf die eigene Karriere keinen Einfluss haben. Während Anwendungen wie IT-Support oder Textzusammenfassungen breit akzeptiert werden, ist das Vertrauen deutlich geringer, wenn KI bei Personalentscheidungen wie Kündigungen, Beförderungen oder Leistungsbeurteilungen eingreift, heißt es in einer Zusammenfassung der FAZ.

Katja Baghorn ist Personal- und Organisationsentwicklerin bei der StadtwerkeAkademie I StadtwerkeConsulting.Bild: @ StadtwerkeAkademie

Weg von Einzelinitiativen

Laut der Studie soll KI nicht autonom entscheiden. Das gilt auch für eigentlich positive Entscheidungen wie Gehaltserhöhungen oder Bonuszahlungen. Gleichzeitig steigt laut der Ergebnisse die Bereitschaft, Entscheidungen zu hinterfragen und darüber zu diskutieren.

KI erzeugt demnach neue Wege der Auseinandersetzung, die die Unternehmen aktiv managen müssen. In keiner anderen Untersuchung wurde bislang so detailliert deutlich, dass Führungskräfte KI-Anwendungen selbst in rechtlich sensiblen Bereichen durchweg positiver bewerten als Mitarbeitende.

Fragen dazu an Katja Baghorn, Personal- und Organisationsentwicklerin im Beratungsunternehmen StadtwerkeAkademie | StadtwerkeConsulting, zu Erfahrungen bei Stadtwerken:

Frau Baghorn, wie wichtig ist digitale Kompetenz bei Führungskräften von Stadtwerken?

Digitale Kompetenz und technologische Aufgeschlossenheit von Führungskräften sind entscheidend für den KI-Einsatz in Stadtwerken. Diese Herausforderung unterscheidet sich nicht von anderen Branchen.

Mitarbeitende verlieren ihre Innovations- und Einsatzbereitschaft, wenn sie eine Führungskraft haben, die das Thema nicht aktiv vorantreibt oder in Strukturen von gestern arbeitet. Es ist absolute Unternehmensverantwortung, sich jetzt mit den Einsatzmöglichkeiten von KI zu beschäftigen und die Mitarbeitenden ausreichend und in zirkulären Bewegungen auf diesem digitalen Weg zu begleiten. Es handelt sich um einen langen kollektiven Lernprozess mit dem Fokus auf wertschöpfende Anwendungsfälle, der alle Organisationsebenen umschließt.

KI wird also zunehmend zu einer strategischen Aufgabe?

Ja, die systematische Integration von KI muss als strategische Unternehmensaufgabe verstanden werden. Erforderlich ist eine zentrale Koordination mit klarer Handlungskompetenz anstelle unkoordinierter Einzelinitiativen. Eine ganze Organisation muss gemeinsam lernen, was möglich ist.

Die Komplexität der Technologien und ihre weitreichenden Auswirkungen auf Arbeitsprozesse und Fachbereiche erfordern ein strukturiertes Vorgehen. Ein bisschen KI-Einsatz nach eigenem Befinden geht nicht mehr. Das Thema ist komplex und hat Auswirkungen auf die Arbeitsverdichtung und Prozesse in Fachbereichen. Aktiv gesteuert, bewertet und eingesetzt bieten sich Chancen und Möglichkeiten.

Die Entwicklungsdynamik aktiv zu gestalten, gilt gemeinsam für Führungskräfte und Mitarbeitende. Die außerordentlich rasante Dynamik von KI-Entwicklungen zeigt die Dringlichkeit einer intensiven, strukturierten und kontinuierlichen Auseinandersetzung.

Der Beitrag ist zuvor in der Juni-Ausgabe der ZfK erschienen. Zum Abo geht es hier.

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