„Künstliche Intelligenz wird unser Leben für immer verändern – auch die Art, wie wir arbeiten", heißt es in einer Studie von E&Y.

„Künstliche Intelligenz wird unser Leben für immer verändern – auch die Art, wie wir arbeiten", heißt es in einer Studie von E&Y.

Bild: © ihorvsn/AdobeStock

Künstliche Intelligenz (KI) kann in Zukunft unsere Arbeit erleichtern. Oder wird sie  immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer überflüssig machen? Fast jeder vierte Beschäftigte in Deutschland sorgt sich laut einer aktuellen Befragung von Ernst & Young (EY), dass die KI seinen Job übernimmt.

Weltweit gesehen ist es sogar mehr als jeder Dritte. Am ausgeprägtesten ist diese Angst in Saudi-Arabien (56 Prozent), Indien (52 Prozent) und China (48 Prozent). Die Italiener sorgen sich am wenigsten: Dort befürchtet nur einer von sechs Arbeitnehmern, dass Maschinen in Zukunft den eigenen Job übernehmen könnten.

In Wahrheit führt die Digitalisierung zu mehr Arbeitsplätzen

Olaf Riedel, EY-Partner und Technologie Sektor Leader Deutschland, Österreich und Schweiz sagt dazu: „Die Fülle von Anwendungsmöglichkeiten für Künstliche Intelligenz und vor allem die Geschwindigkeit, mit der diese entstehen und konkreter sowie komplexer werden, sind größer als alles Bisherige in der Geschichte der Technik." Er sieht hierin das Potenzial, die Arbeitswelt zu revolutionieren.

"Dadurch bieten sich zahlreiche Chancen für Unternehmen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Kunden", so Riedel weiter. "Aber es ist auch klar, dass sich Arbeitsprofile verändern werden: Neue Jobs entstehen, andere werden überflüssig.“ Daher sei es nachzuvollziehen, wenn Menschen sich Sorgen machen. „Es ist wichtig, diese ernst zu nehmen und frühzeitig Maßnahmen zur Weiterbildung und Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ergreifen." Die Erfahrung zeige, dass technologische Neuerungen – wie auch die Digitalisierung als Ganzes – nicht zu weniger, sondern zu mehr Arbeitsplätzen geführt haben. Allerdings verläuft dieser Prozess nicht immer reibungslos.

Mehr Unterstützung als Bedrohung durch die KI?

Bei allem Fortschritt lässt sich aktuell oft noch festsellen: Das Können der KI hat Grenzen. Zwei von drei Befragten sind daher überzeugt, dass KI-Anwendungen sie niemals vollständig ersetzen werden können. 43 Prozent in unserem Land hoffen, dass Maschinen und Technologien mit KI-Bezug den eigenen Job leichter machen werden. Mehr als jeder zweite Befragte glaubt, dass KI-optimierte Automatisierung in der Zukunft Fehler verringern und Personalkosten senken wird. Eine kürzere Wochenarbeitszeit durch Fortschritte im Bereich Künstlicher Intelligenz hält fast jeder dritte Befragte für möglich.

Riedel sagt: „Schon jetzt kann Künstliche Intelligenz die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konkret bei ihren Aufgaben unterstützen. Dies gilt sowohl für einfache Tätigkeiten als auch für komplizierte Aufgaben, die von intelligenten Anwendungen schneller gelöst werden können. Ob dies nicht nur die Arbeitsleistung erhöht, sondern beispielsweise auch dazu führt, dass Firmen ihren Angestellten neue Arbeitszeitmodelle anbieten, wie eine Vier-Tage-Woche, wird sich zeigen. Fest steht aber: KI hat das Potenzial, die Effizienz zu steigern, die Arbeitsbelastung zu reduzieren und so dem Wohl aller zu dienen.“

Olaf Riedel, Technologie Sektor Leader Deutschland, Österrreich, Schweiz bei Ernst & Young

Die Schwächen im System

Problematisch wird der Einsatz von KI nur in Programmen wie Chatbots. Diesen vertrauen Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland kaum. Nicht mal jeder zehnte Befragte (neun Prozent) hält sie für seriös. Ein etwas größeres Zutrauen in solche Anwendungen haben Befragte in Indien (27 Prozent), Saudi-Arabien (22 Prozent) und China (17 Prozent).

Die Mehrheit der Menschen ist für eine Regulierung der KI

Fast die Hälfte der Befragten in Deutschland ist dafür, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz durch die Regierung zu regulieren. Ein Beispiel: Bei der Frage, ob Künstliche Intelligenz genutzt werden sollte, um Kriminalität zu bekämpfen, zeigte fast die Hälfte der Befragten Bedenken. In Indien, Saudi-Arabien und Japan befürwortet es dagegen ein Großteil, Programme und Maschinen, die auf intelligenter Software basieren, bei der Verbrechensbekämpfung einzusetzen.

Riedel: „Künstliche Intelligenz wird unser Leben für immer verändern – auch die Art, wie wir arbeiten. Manche Bereiche wird dies deutlich stärker betreffen als andere, bestimmte Aufgaben werden aller Voraussicht nach nicht mehr von Menschen bearbeitet werden müssen. Dafür werden aber neue Arbeitsfelder entstehen." Als Arbeitgeber macht es Sinn, diesen Strukturwandel durch Weiterbildung und Qualifizierung zu begleiten.

Das sind Ergebnisse des „Future Consumer Index“ von EY. In der weltweiten Umfrage unter mehr als 21000 Menschen (1000 davon in Deutschland) wurden erstmals die möglichen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt thematisiert. (ah)

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