Der ehemalige Eon-Chef Johannes Teyssen wird sein Mandat als Verwaltungsratspräsident des Schweizer Energiekonzerns Alpiq im Herbst niederlegen. Darüber informierte das in Lausanne ansässige Unternehmen in einer Pressemitteilung. Auf seine Empfehlung soll der italienische Spitzenmanager Alberto de Paoli an einer außerordentlichen Generalversammlung als Nachfolger vorgeschlagen werden.
Teyssen hatte das Mandat seit dem Winter 2021/2022 inne. In seiner Amtszeit habe er Alpiq maßgeblich geprägt, heißt es in dem Kommuniqué des Unternehmens. Der Konzern habe die Energiekrise 2021/22 ohne Staatshilfen gemeistert, die Risiken kontrolliert und so die Basis für anhaltenden wirtschaftlichen Erfolg gelegt.
Es war mir eine große Ehre, dieses besondere Schweizer Unternehmen durch die große Energiekrise in eine neue Wachstumsphase führen zu dürfen.
Auf Grundlage des gestärkten Ratings und des Vertrauens der internationalen Finanzmärkte in die strategische Neuausrichtung sei eine langfristige Finanzierung der Zukunftsinvestitionen gesichert worden. Zudem sei das Unternehmen auch operativ und strukturell so umgebaut worden, dass es nun für nachhaltiges internationales Wachstum sehr gut vorbereitet sei. "Ich bedanke mich auch im Namen des Managementteams und der Mitarbeitenden für den unermüdlichen Einsatz von Johannes Teyssen und seine nachhaltige Unterstützung in guten und in schwierigen Situationen", sagt Antje Kanngiesser, CEO von Alpiq.
Johannes Teyssen dankte dem Verwaltungsrat und dem Managementteam für deren Verständnis für die Niederlegung des Amtes in diesem Herbst: "Es war mir eine große Ehre, dieses besondere Schweizer Unternehmen mit seinen engagierten Mitarbeitenden durch die große Energiekrise sowie die anschließende Konsolidierung in seine neue Wachstumsphase führen zu dürfen." Die Weichen seien nun gut für die Umsetzung der im letzten Jahr aktualisierten Strategie gestellt. "Deswegen ist dies nach meiner Überzeugung der richtige Zeitpunkt, das Amt des Verwaltungsratspräsidenten in neue Hände weiterzugeben", so Teyssen.
Weitere Mandate bei BP und Encavis
Alpiq sei bestens darauf vorbereitet, die im letzten Jahr beschlossene ehrgeizige Wachstumsstrategie erfolgreich umzusetzen, und werde sich zu einer führenden Anbieterin für Flexibilitätslösungen in den europäischen Strommärkten der Zukunft entwickeln, so Teyssen weiter.
Seine Entscheidung hängt auch mit der Übernahme eines weiteren großen Mandats vor wenigen Wochen zusammen: Der erfahrene Energiemanager ist seit Mai Aufsichtsratsvorsitzender des börsennotierten Lufthansa-Konzerns. Darüber hinaus ist er unter anderem unabhängiges Verwaltungsratsmitglied beim Ölkonzern BP und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Energieversorgers und Erneuerbarenprojektierers Encavis mit Sitz in Hamburg. In einer Übergangsphase von rund einem halben Jahr hatte Teyssen im vergangenen Jahr auch interimistisch den Encavis-Aufsichtsrat geleitet. Die Encavis-Aktie wird seit Februar 2025 nicht mehr an der Börse gehandelt.
Nachfolger ist italienischer Spitzenmanager und Ex-Enel-CFO
Sein designierter Nachfolger De Paoli war von 2014 bis 2023 CFO des Enel-Konzerns, eines der größten Energieunternehmen Europas. Dort prägte er das Wachstum und die strategische Transformation des Konzerns maßgeblich mit. Zudem verantwortete er als CFO von Enel Green Power den Börsengang, leitete die Konzernstrategie und war zuletzt für die internationalen Aktivitäten von Enel außerhalb Italiens und Spaniens zuständig.
Die Aktionäre sollen auf einer außerordentlichen Generalversammlung über De Paolis Wahl abstimmen.