Das Team der TUM fuhr auf der internationalen Messe CES in Las Vegas mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 218 Kilometern pro Stunde die schnellste Zeit im Finale.

Das Team der TUM fuhr auf der internationalen Messe CES in Las Vegas mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 218 Kilometern pro Stunde die schnellste Zeit im Finale.

Bild: © Jacob Kepler/TUM

2025 könnten fahrerlose Rennwagen bei der Formel 1 mitfahren: Davon ist Markus Lienkamp überzeugt, Professor für Fahrzeugtechnik an der Technischen Universität München (TUM). Sein Team hat eine Software entwickelt, die es möglich macht, Rennwagen ohne Fahrer im Motorsport antreten zu lassen.

Damit konnte das „TUM Autonomous Motorsport Team“ bei den Autonomous Challenges in Indianapolis und jüngst auf der CES in Las Vegas den ersten und zweiten Platz belegen.

Unberechenbare Objekte bei Tempo 250

Aber was unterscheidet die Software von bereits vorhandenen Systemen? Auf der Rennstrecke gebe es weder Verkehrsregeln noch Orientierungspunkte wie Fahrspuren, Ampeln oder Schilder. „Letztlich fahren wir gegen unberechenbare Objekte“, so Lienkamp in einer Pressemeldung der TUM. Das seien im konkreten Fall die anderen Rennwagen, von denen die Software vorhersagen muss, wohin sie sich bewegen - bei Geschwindigkeiten von über 250 km/h.

„Wir können das leisten, weil unsere Software sich nicht darauf konzentriert, Verkehrsregeln strikt zu befolgen. Stattdessen berechnet sie die Aufenthaltswahrscheinlichkeiten der anderen Objekte und folgert daraus die optimale Lösung für die Eigenbewegung“, erklärt Lienkamp den Unterschied.

Spontane Reaktion auf kritische Situationen

Die Technologie bediene sich der üblichen Sensorik mit Laser, Kamera und Radar. Eine wichtige Rolle spiele hierbei auch die Rechengeschwindigkeit der Software. Diese sei entscheidend, um aggressive Manöver sicher zu fahren und auf kritische Situationen spontan zu reagieren.

Enorm geholfen habe, dass die Software über Open Source für alle verfügbar ist. Damit könnten auch andere Teams daran weiterarbeiten. Das bringe Tempo in den Entwicklungsprozess. Weltweit können mehr Menschen am Code der TUM arbeiten als alle Automobilhersteller zusammen an Entwicklungskapazität haben.

Ein paar Jahre noch vom Amateur- zum Profiniveau

Nach aktuellem Stand sei die Software bereits auf dem Niveau eines Amateur-Fahrers. „Wenn wir von der Profi-Liga sprechen, zeigen Erfahrungswerte, dass wir etwa eine halbe Sekunde hinterher wären“, so Lienkamp. Es werde also wohl noch ein paar Jahre Zeit brauchen, „bis unsere autonomen Fahrzeuge Rennsport-Profis schlagen können“. Möglich sei es aber definitiv. (wa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper