Der 5G-Mobilfunkstandard gilt als Basis fürs vernetzte Fahren.

Der 5G-Mobilfunkstandard gilt als Basis fürs vernetzte Fahren.

Bild: © APchanel / Adobe Stock

Der Wettbewerb mit China und den USA beim autonomen Fahren ist hart und manches gehe dort schneller als in Deutschland oder Europa. Deutschland gehe das Thema halt anders an und behaupte dabei dennoch aus guten Gründen seinen Spitzenplatz, betont Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei einem Treffen mit Vertretern der Autobranche. Einer dieser Gründe sei das Leuchtturmprojekt „nxtAIM“, das einen Paradigmenwechsel für die Entwicklung KI-basierter, autonomer Fahrfunktionen darstelle.

Bei diesem Projekt stellen erstmals die beteiligten Partner umfangreich eigene Daten zur Verfügung, um auf den Hochleistungsrechnern des Jülich Supercomputing Centres gemeinsame, generative KI-Modelle zu entwickeln.

Innovation als Unterscheidungsmerkmal

Man müsse, so Habeck, kein Prophet sein, um davon auszugehen, dass Deutschland auch in 20 Jahren höhere Löhne haben wird als etwa Indonesien. „Wir müssen daher das innovativste Land sein und da sind wir in den letzten Jahren vielleicht nicht immer so ehrgeizig gewesen, wie wir es eigentlich hätten sein müssen“, so der Minister. Diese Innovationskraft messe sich im Bereich der Automobilindustrie vor allem beim autonomen Fahren. „Die Zukunft des Fahrens wird mit Sicherheit früher oder später autonom sein“, so Habeck.

In dieser Hinsicht sei das Projekt „nxtAIM“ ein großer Schritt nach vorn. Mit ihm übernehme „die deutsche Automobilindustrie noch einmal europäische Federführung“, so Habeck. Es sei der Versuch, den Bereich des autonomen Fahrens „in einer besonderen Form“ auf auf die Straßen zu bringen.

Die Verantwortung wird nicht einfach delegiert

„Es ist ein anderer Ansatz als der der Amerikaner und der Chinesen – in zweierlei Hinsicht“, so Habeck. Zum einen gehe die Verantwortung auf das Fahrzeug beziehungsweise die Hersteller über. Anders sei das bei Tesla und weiteren Mitbewerbern, bei denen immer noch eine Back-up-Steuerung im Hintergrund benötigt wird. „Da wird Verantwortung delegiert, aber nicht selbst übernommen“, so die Kritik Habecks.

Zum anderen sei es ein Ansatz, der sich aus der Tradition des Automobils heraus entwickelt. „Er ist nicht disruptiv, sondern progressiv“. Die Automobilhersteller öffnen ihre Daten, die Eigentum der Unternehmen sind, für einen gemeinsamen Pool. An diesen Daten kann die generative KI trainiert werden. KI schafft sich eine eigene Sicherheits-Software, die durch diese Daten trainiert wird.

Und an diesem Punkt kommt das Forschungszentrum Jülich ins Spiel. Unter dem Namen „Jupiter“ wird dort Europas schnellster Rechner gebaut. Seine Rechenleistung: 1 Trillion Operationen pro Sekunde, eine Zahl mit 18 Nullen. Mit Jupiter soll KI-Software trainiert werden und damit das autonome Fahren in Deutschland sicher und attraktiv gemacht werden. (wa)

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