Norwegen hat im Dezember einen Meilenstein gesetzt: Mit einem Marktanteil von 97,6 Prozent bei den Neuzulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) ist die Transformation zur Elektromobilität im Land nahezu abgeschlossen. Für das Gesamtjahr lag der Anteil bei 95,9 Prozent – ein Wert, der den Verbrennungsmotor faktisch zur Randerscheinung macht.
Bereits 2024 waren neun von zehn Neuwagen elektrisch. Im September 2024 überstieg im Fahrzeugbestand die Zahl der Elektroautos dann erstmals die der Benziner. Diese Entwicklung ist vor allem das Ergebnis konsequenter politischer Maßnahmen und attraktiver steuerlicher Anreize.
Steueränderung lieferte zusätzlichen Treibstoff
Ein entscheidender Treiber für die Zahlen war aber die bevorstehende Änderung der Mehrwertsteuer für Elektroautos. Bis Ende 2025 waren BEVs in Norwegen vollständig von der Mehrwertsteuer befreit. Seit dem Jahreswechsel gilt jedoch eine neue Regelung: Für den Teil des Fahrzeugpreises oberhalb einer Schwelle von rund 500.000 norwegischen Kronen, also etwa 43.000 Euro, wird der reguläre Mehrwertsteuersatz von 25 Prozent fällig. Für den Preisanteil darunter bleibt die Steuerbefreiung bestehen.
Ziel der norwegischen Regierung ist, die Subventionierung hochpreisiger Modelle zu begrenzen und gleichzeitig erschwinglichere Fahrzeuge weiterhin zu fördern. Die Folge war dann aber ein regelrechter Endspurt bei den Zulassungen im Dezember, um die alten steuerlichen Vorteile zu sichern.
Während Norwegen seine Ziele erreicht, zeigen andere europäische Märkte ein gemischtes Bild. Das Jahr 2025 markierte für den EU-Elektroautomarkt nach einer Phase der Konsolidierung ein gebremstes Wachstum. Nach Förderkürzungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten 2024 konnte die Branche wieder zulegen. Dynamisch entwickelten sich die Märkte in Südeuropa und Skandinavien. Länder wie Spanien und Italien verzeichneten zweistellige Wachstumsraten.
Deutschland hingegen zeigt sich nach dem Einbruch 2024 zwar stabilisiert, bleibt aber noch etwas hinter den Erwartungen zurück. Die Zahl der Neuzulassungen stieg zwar wieder spürbar, doch die Wachstumsdynamik war geringer als in vielen anderen großen Märkten.



