Chinesische Hersteller gewinnen Marktanteile im deutschen Markt, sind aber weit von Dominanz entfernt.

Chinesische Hersteller gewinnen Marktanteile im deutschen Markt, sind aber weit von Dominanz entfernt.

Bild: © Robert/Adobe Stock

Der Markt für Elektroautos hat sich in Deutschland spürbar erholt. Das zeigt der "Monitoringbericht Neuzulassungen von Pkw mit elektrischen Antrieben" der Deutschen Energie-Agentur (Dena). In diesem Bericht widerspricht die Dena Meldungen, denen zufolge die Statistiken zur Elektromobilität künstlich hochgerechnet werden. Und sie räumt mit einem gängigen Vorurteil über chinesische Hersteller auf.

Ausgelöst hatte die Diskussion um geschönte Statistiken der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), dem Verband der Autohändler. In einer Pressemitteilung hatte der ZDK von einer massiven Zunahme der Eigenzulassungen von Elektroautos (BEV) durch Autohersteller und -händler berichtet – und daraus geschlossen, dass das gemeldete Wachstum der Elektromobilität auf tönernen Füßen steht. 

Zahlen haben sich angenähert

Dass die Zahl der BEV-Eigenzulassungen aber analog zur Zahl der gesamten BEV-Zulassungen geklettert war, verschwieg der Verband. Dennoch war diese Mitteilung in der Presse auf großes Echo gestoßen. Mit Eigenzulassungen lassen sich Fahrzeuge als Vorführwagen nutzen, aber auch Absatzziele erreichen oder Statistiken aufhübschen.

Die Dena widerspricht aber dieser Erzählung. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass der Absatz von Elektroautos überproportional durch Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern verzerrt wird. Historisch lag die Eigenzulassungsquote von BEV immer unter der des Gesamtmarkts. 2021 beispielsweise betrug sie rund 16 Prozent gegenüber 26 Prozent im Gesamtmarkt. 

Die Zahlen haben sich mittlerweile aber angenähert. In diesem Jahr liegen die Eigenzulassungen von BEV mit 24 Prozent nahezu gleichauf, aber nicht höher als die 25 Prozent des Gesamtmarkts. Auffällig ist laut Dena lediglich ein Anstieg bei Herstellerzulassungen, während Händlerzulassungen stabil bleiben. Insgesamt jedenfalls beeinflussen Eigenzulassungen alle Antriebsarten, ohne dass BEV überproportional betroffen sind. 

Zu den Zahlen: Der Markt für reine Elektroautos (BEV) hat sich von seinem Vorjahrestief erholt. Mit 490.000 Neuzulassungen von Januar bis November in Deutschland hat er einen höheren Wert erreicht als im gleichen Zeitraum des Rekordjahres 2023. Der Anteil von BEV an Pkw-Neuzulassungen liegt bei 19 Prozent. Im Bestand machen batterieelektrische Autos derzeit 4,1 Prozent aus – ein neuer Höchstwert.

Die Zahl der Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden hat sich von 173.000 im Vorjahr auf fast 281.000 deutlich erhöht. Dagegen verzeichneten Benziner einen Rückgang um 22 Prozent auf 715.000 Pkw und Dieselzulassungen sanken um ungefähr 19 Prozent auf rund 368.000.

Chinesische Hersteller wachsen, aber dominieren nicht

Und wie ist das mit der Furcht, dass chinesische Elektroautos den deutschen Markt fluten? Tatsächlich wächst die Anzahl an Autos chinesischer Herstellermarken im deutschen Markt. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum rund 43.000 batterieelektrische Pkw und Plug-in-Hybride chinesischer Marken verkauft. Damit übertrafen chinesische Automodelle bei Weitem die Absatzzahlen französischer Hersteller und haben die Aussicht, angesichts des negativen Tesla-Absatztrends, bald auch amerikanische Marken einzuholen. Trotzdem operieren chinesische Marken in Deutschland auf keinem vergleichbaren Niveau mit deutschen Marken, die den BEV-Markt klar dominieren. Auch im Vergleich zu anderen internationalen Anbietern befinden sich chinesische Marken eher im unteren Mittelfeld. 

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