Große Kunden, wie etwa Siemens, nutzen die Lösung von eeMobility für ihr elektrisches Flottenmanagement.

Große Kunden, wie etwa Siemens, nutzen die Lösung von eeMobility für ihr elektrisches Flottenmanagement.

Bild: © Björn Wylezich/AdobeStock

Auf dem Gelände einer ehemaligen US-Kaserne in Hanau könnten mehr als 50 Ladepunkte für Elektro-Autos entstehen. Anschlüsse soll es auch an privaten Stellplätzen geben. Zudem werden Mobilitätsstationen eingerichtet, an denen die künftigen Bewohner E-Autos und E-Fahrräder ausleihen können, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa).

Die Stadt und ihr Projektpartner sprechen dabei von einem bundesweiten Modellcharakter des Projekts. An diesem Dienstag soll die erste der Mobilitätsstationen eröffnet werden (15 Uhr).

Lademöglichkeiten für bis zu 5000 Menschen

Insgesamt sind bis zu zwölf der Stationen geplant; zunächst sollen fünf errichtet werden, vier davon mit Förderung des Landes Hessen. Je nach Nutzung sollen weitere ausgebaut werden. An mindestens jedem vierten privaten Stellplatz soll es in der Siedlung zudem Anschlüsse zum Aufladen geben. Maximal könnten nach Angaben der Planer 750 private und öffentliche Ladepunkte in dem Wohngebiet entstehen.

Auf dem früheren Kasernengelände sollen nach Ende der Bauarbeiten bis zu 5000 Menschen wohnen. Der «Pioneer Park» soll bis 2024 fertig sein. Eine Wohnung ohne Lademöglichkeit werde künftig genauso unattraktiv erscheinen wie eine Wohnung ohne Internetanschluss, heißt es in der Broschüre des Projekts. Die Investitionen in das E-Mobilitätskonzept würden auf mehr als drei Millionen Euro beziffert, vom Land komme eine halbe Million Euro Fördergeld, so die dpa.



Weitere Projekte in Hessen

Ambitionierte Projekte in Sachen E-Mobilität entstehen auch anderswo in Hessen: So plant Rüsselsheim mit Förderung des Bundes seinen Ausbau zur «Electric City». Stadtweit sollen hier unter anderem rund 800 öffentliche Ladepunkte errichtet werden. Nach Startproblemen soll der Ausbau nächstes Jahr Fahrt aufnehmen, zunächst mit Ladepunkten auf öffentlich zugänglichen Parkplätzen des Opel-Geländes.

Ungenügende Ladeinfrastruktur und geringere Reichweite zählen bei Umfragen regelmäßig zu den größten Hemmnissen, wenn es um die Anschaffung eines E-Autos geht. Hessen überließ die Spitzenplätze bei der Ausstattung mit Ladesäulen dabei bisher anderen, wie aus einem Ranking des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) von Ende April hervorgeht.



ADAC: Hessen erfüllt wichtige Ausbau-Voraussetzungen

Das Bundesland kam demnach auf Platz fünf mit 1866 öffentlich zugänglichen Möglichkeiten, E-Autos aufzuladen. Spitzenreiter Bayern verfügte zu dem Zeitpunkt über mehr als 6300. Die bayerische Landeshauptstadt führt auch die Hitliste der Städte an mit derzeit knapp 1200 Ladepunkten, zehn Mal so viel wie Frankfurt.

Nach Einschätzung des ADAC in Hessen seien unterdessen einige wichtige Voraussetzungen für einen Ausbau gegeben. Mit der Landes-Energie-Agentur (LEA) stehe ein geeigneter Ansprechpartner für Privatleute und Unternehmen bereit, sagt Wolfgang Herda vom ADAC Hessen-Thüringen. Darüber hinaus seien vor allem Schnell-Ladepunkte und die gute Verfügbarkeit von Stationen wichtig: Privatleute bräuchten zuhause oder zumindest in unmittelbarer Nähe Lademöglichkeiten. (dpa/jk)

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