Bild: © Ford

Weltweite Delle im vierten Quartal, Boom in Europa bei gleichzeitigen Verfügbarkeitsproblemen, Nachfrage-Einbruch in China - so lässt sich die globale Nachfrage nach Elektroautos in kurzen Stichworten zusammenfassen. Die Zahlen dazu liefern die Analysten von PwC. Durch den Anreizmechanismus des Flottenverbrauchziels auf den europäischen Märkten erwartet PwC für 2020 insgesamt eine Erholung des globalen E-Automobilmarktes.

Rückgang im vierten Quartal

Vergleiche man global die Neuzulassungen von E-Fahrzeugen auf den wichtigsten Märkten im vierten Quartal 2019 zum selben Zeitraum im Vorjahr, sei ein deutlicher Rückgang zu erkennen, heißt es bei PwC: Bei den batterieelektrischen Fahrzeugen liegt das Minus bei 20,4 Prozent, bei Plug-In-Hybriden sogar bei 23,9 Prozent. Nur die Hybride legten um 30,5 Prozent zu.

Im Gesamtjahr 2019 hingegen stieg die Zahl neuzugelassener reiner "Stromer" um 13,8 Prozent, während die Plug-In-Hybride um 13,2 Prozent zurückgingen. Bei den Hybriden stand am Ende ein Wachstum von 23,2 Prozent.

Jährliche Verdoppelung in Europa

Für die Top-5-Länder auf dem europäischen Markt - Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien - zeigt der langfristige Trend bei den neuzugelassenen E-Fahrzeugen weiterhin annähernd eine jährliche Verdopplung. Das gilt im Wesentlichen auch für 2019. Es gebe dort für das vierte Quartal 2019 einen gewissen Verzögerungseffekt, indem Händler die "Stromer" mit Blick auf die CO2-Flottenziele für 2020 zum Teil zurückhielten.

In Deutschland, dem weltweit drittgrößten Markt für E-Fahrzeuge, legten die batterieelektrischen Fahrzeuge im vierten Quartal 2019 um 39,2 Prozent zu, im Gesamtjahr um 76 Prozent. Die Plug-In-Hybride zogen um 227,5 Prozent im Quartal und 43,7 Prozent im Gesamtjahr. Bei den Hybriden lag das Wachstum im vierten Quartal  bei 110,8 Prozent und im Gesamtjahr bei 96,2 Prozent.

China konsolidiert

"In China sehen wir eher eine Konsolidierung des Marktes", erläutert Felix Kuhnert von PwC. Der deutliche Rückgang habe globale Konzerne zudem weniger stark getroffen als chinesische Hersteller. Letztgenannte arbeiteten technisch massiv an Neuerungen, zudem sei mit NIO ein erster neuer, sehr dynamischer Hersteller auf dem Markt. "Wir erwarten daher ein gesundes Jahr 2020 in China - trotz des Rückgangs im vergangenen Quartal", so Kuhnert.

Aus den USA sei, bildlich gesprochen, ein "schweres Durchatmen" zu vernehmen. Das vierte Quartal war sehr schwach. Insgesamt beendeten die USA das Jahr mit einem minimalen Wachstum von 1,3 Prozent. Positive Ausnahme sei der sehr erfolgreiche, neue Ford Mustang E gewesen, erläutert Kuhnert. (Wa)

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