Der europäische Automarkt setzt seine Elektrifizierung fort. Von Januar bis Juli 2026 entfielen nach einer Analyse des International Council on Clean Transportation (ICCT) 22 Prozent der Neuzulassungen auf batterieelektrische Fahrzeuge. Im Vorjahreszeitraum lag der Anteil noch fünf Prozentpunkte niedriger. Allein im Juli kamen batterieelektrische Pkw in Europa auf 24 Prozent.
Der Zuwachs verschiebt den Antriebsmix spürbar. Der Anteil klassischer Verbrenner sank innerhalb eines Jahres von 38 auf 29 Prozent. Mildhybride legten dagegen auf 24 Prozent zu, Vollhybride auf 14 Prozent. Plug-in-Hybride, die sich extern laden lassen, kamen auf zehn Prozent.
Große Märkte sind die Treiber
Besonders schnell steigt der Anteil batterieelektrischer Pkw in den großen Märkten. Deutschland erreichte von Januar bis Juli 26 Prozent, acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. In Frankreich lag der Anteil bei 29 Prozent und damit elf Prozentpunkte höher. Italien kam auf acht Prozent, Spanien auf zehn Prozent. Polen, der fünftgrößte Markt Europas, blieb bei fünf Prozent.
An der Spitze stehen weiter die nordischen Länder. Norwegen meldet einen Anstieg des batterieelektrischen Anteils von 98 Prozent, Dänemark kommt auf 80 Prozent. Finnland erreicht 49 Prozent, Island 44 Prozent und Schweden 42 Prozent. Den stärksten Zuwachs verzeichnete Dänemark mit einem Plus von 16 Prozentpunkten.
Knapp den Zielwert verfehlt
Für die Autohersteller erhöht der wachsende Stromeranteil den Spielraum bei den europäischen CO₂-Vorgaben. Über den gesamten Zeitraum von Januar 2025 bis Juli 2026 lagen die um Anrechnungsmöglichkeiten bereinigten Emissionen der Herstellerpools im Schnitt bei rund 94 Gramm CO₂ je Kilometer. Der Zielwert für den Zeitraum 2025 bis 2027 liegt bei 93 Gramm. Die Flotten liegen damit nur noch knapp über dem Durchschnittsziel.
Die Unterschiede zwischen den Konzernen bleiben jedoch erheblich. Der BYD-Pool liegt 45 Gramm unter seinem Zielwert, der Tesla-Pool acht Gramm. Auch Nissan, Mercedes-Benz, BMW, Toyota, Kia und Porsche liegen in der Analyse unter ihren jeweiligen Zielwerten. Renault liegt genau darauf. Der Volkswagen-Pool verfehlte ihn dagegen um sieben Gramm.
Bei den sieben größten Herstellergruppen verzeichnet BMW mit 29 Prozent den höchsten batterieelektrischen Anteil. Mercedes-Benz steigerte sich binnen Jahresfrist um neun Prozentpunkte auf 25 Prozent.
Ein Blick über Europa hinaus unterstreicht die Dynamik. China erreichte im ersten Halbjahr 2026 einen batterieelektrischen Marktanteil von 35 Prozent. In Thailand und Vietnam stieg er auf rund 45 Prozent. In den USA fiel der Anteil dagegen von acht Prozent im Jahr 2024 auf sechs Prozent.