Am Olympiapark sind 86 AC- sowie 68 DC-Ladepunkte neu in Betrieb.

Am Olympiapark sind 86 AC- sowie 68 DC-Ladepunkte neu in Betrieb.

Bild: SWM/Robert Haas

Die Stadtwerke München (SWM) bauen ihre Ladeinfrastruktur weiter aus – und setzen dabei auf große Standorte ebenso wie auf eine möglichst breite Versorgung im Stadtgebiet. Im Olympiapark sind nun 154 neue Ladepunkte in der sogenannten Parkharfe in Betrieb gegangen.

Die neuen Stationen sollen vor allem Besuchern, Pendlern und E-Autofahrern zusätzliche Lademöglichkeiten bieten und zugleich die strategische Ausrichtung des Unternehmens beim Ausbau der Elektromobilität unterstreichen.

Die Erweiterung umfasst 86 Normalladepunkte (AC) mit jeweils 22 Kilowatt (kW) Leistung sowie 68 Schnellladepunkte (DC) mit bis zu 50 kW. Bereits zuvor waren auf dem Gelände des Olympiaparks 24 AC-Ladepunkte vorhanden. Insgesamt betreiben die SWM nach eigenen Angaben inzwischen rund 1500 öffentlich zugängliche Ladepunkte in München.

Dort laden, "wo ich es gerade brauche"

Für die SWM ist das Projekt mehr als ein einzelner Ausbau an einem stark frequentierten Standort. Der neue Ladepark sei Teil einer langfristigen Strategie, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. "Der Bau der Ladepunkte im Olympiapark ist Teil der Strategie der Stadtwerke München, die Ladeinfrastruktur flächendeckend auszubauen", sagte der Sprecher.

Neben öffentlichen Flächen der Stadt setze das Unternehmen gezielt auf öffentlich zugängliche Ladepunkte auf privaten Flächen. Gemeinsam mit Partnern entstünden dadurch zusätzliche Angebote an stark frequentierten Orten.

Dabei sehen die SWM keinen Widerspruch zwischen großen Ladezentren und einer möglichst breiten Versorgung im Stadtgebiet. "Das eine schließt das andere nicht aus", so der Unternehmenssprecher weiter. Orte wie der Olympiapark, Einkaufszentren oder zentrale ÖPNV-Stationen eigneten sich wegen ihrer hohen Besucherzahlen für größere Lade-Hubs. Gleichzeitig müsse das Laden aber dort möglich sein, "wo ich es gerade brauche".

Ein dichtes Netz an Ladepunkten könne zudem helfen, Vorbehalte gegenüber der Elektromobilität abzubauen. Durch ein flächendeckendes Angebot lasse sich bei Umsteigen auf Elektroautos "die Angst vor dem leeren Akku" verringern, ist der Sprecher überzeugt.

Stromnetz soll mit dem Wachstum Schritt halten

Der Ausbau in der Parkharfe erforderte allerdings auch Investitionen in die Infrastruktur. Die SWM errichteten dafür eine neue Mittelspannungsleitung und zwei Kompakttrafostationen, um die notwendige Stromversorgung sicherzustellen.

Die SWM arbeiten hinsichtlich des kontinuierlichen Anstiegs der Jahresspitzenlast seit einigen Jahren an einem Ausbau der Leistungsfähigkeit des Stromnetzes.

Die Frage, ob das Stromnetz mit dem zunehmenden Hochlauf der Elektromobilität an seine Grenzen stoßen könnte, sehen die Stadtwerke derzeit gelassen. "Die SWM arbeiten hinsichtlich des kontinuierlichen Anstiegs der Jahresspitzenlast seit einigen Jahren an einem Ausbau der Leistungsfähigkeit des Stromnetzes", führt der Sprecher aus. "Somit steht das Netz dem Hochlauf in München nicht im Weg."

Auch unregelmäßig genutzte Standorte bleiben interessant

Wirtschaftlich dürften Standorte wie die Parkharfe zunächst Fragen aufwerfen: Veranstaltungsflächen erleben naturgemäß starke Schwankungen bei der Auslastung. Doch aus Sicht der SWM greift eine reine Betrachtung der Nutzung zu kurz. "Auch Standorte mit schwankender Auslastung können sinnvoll sein, wenn sie eine wichtige Funktion innerhalb des städtischen Ladenetzes erfüllen."

Bei der offiziellen Inbetriebnahme im April betonte SWM-Geschäftsführerin Karin Thelen die strategische Bedeutung des Projekts: "Die Ladepartnerschaft mit dem Olympiapark stärkt die Elektromobilität und leistet einen Beitrag zum strategischen Ausbau der Ladeinfrastruktur im Münchner Norden."

Auch Marion Schöne, Geschäftsführerin Olympiapark München, hob den praktischen Nutzen hervor: "Während des Besuchs einer Veranstaltung wird das Fahrzeug aufgeladen und ist bereit für die Heimfahrt."

Elektrifizierung statt ausschließlich Verkehrswende

Die SWM verknüpfen den Ausbau der Ladeinfrastruktur zudem mit einem breiteren Verständnis von Verkehrswende. Nach Unternehmensangaben bleibe ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr die Grundlage, um auf das eigene Auto verzichten zu können. Gleichzeitig werde es aber weiterhin individuelle Fahrten geben.

Der Ausbau von Ladepunkten schaffe deshalb die Voraussetzungen "für die Elektrifizierung des Individualverkehrs und senkt die Einstiegsschwelle für E-Mobilität", resümiert der Unternehmenssprecher.

Der neue Ladepark im Olympiapark zeigt auch, wie die SWM den Ausbau künftig anlegen wollen: große Knotenpunkte dort, wo viele Menschen unterwegs sind – und gleichzeitig ein möglichst dichtes Netz im gesamten Stadtgebiet.

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