E-Mobilität

Umweltbundesamt setzt auf Elektrifizierung

Die Vision der Behörde für den Güterverkehr 2045: klimaneutral, elektrifiziert, verlagert.
14.06.2024

Beim Gütertransport setzt das Umweltbundesamt auch auf batterieelektrische Lastwagen.

In den vergangenen Jahren ist der Güterverkehr deutlich stärker gewachsen als der Personenverkehr. Doch der Transport von Waren und Abfall verursacht Lärm und Schadstoffe. Geht es nach dem Umweltbundesamt (UBA), soll sich das in den kommenden Jahren ändern. Die Behörde hat ihre Visionen vom Güterverkehr im Jahr 2045 vorstellt: Er ist klimaneutral, die Fahrzeuge sind elektrifiziert und ein Teil des Transports ist von der Straße auf andere Verkehrswege verlagert.

Derzeit verursacht der Güterverkehr rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors. Dabei wächst er deutlich stärker als der Personenverkehr. Der Güterverkehr nahm zwischen 1991 und 2022 um rund 75 Prozent zu. Im Personenverkehr fiel das Wachstum mit 22 Prozent deutlich geringer aus. Bis zum Jahr 2051 wird er laut Prognosen um weitere 46 Prozent im Vergleich zu 2019 zunehmen.

Lastwagen sollen batterieelektrisch fahren

„Mit einer Zunahme des Güterverkehrs werden wir die Klimaziele ohne stärkeres Handeln nicht erreichen“, befürchtet UBA-Präsident Dirk Messner. Politik und Wirtschaft seien jetzt gefordert, die Weichen für einen umweltschonenden Güterverkehr zu stellen. „Gleichzeitig können wir alle unseren Beitrag leisten, indem wir hinterfragen, ob und wie schnell wir ein bestimmtes Gut tatsächlich brauchen.“

Aus UBA-Sicht ist es wichtig, dass der Güterverkehr umfassend elektrifiziert wird. Dafür seien batterieelektrische Antriebe bei Lkw und Binnenschiffen, Oberleitungen für Schienen und eventuell auch für Straßen sowie mit Hilfe von erneuerbarem Strom generierte Kraftstoffe im See- und Luftverkehr notwendig.

Damit die Versorgung des Güterverkehrssektors möglichst vollständig mit erneuerbaren Energien erfolgen kann, sei es gleichzeitig notwendig, den Energiebedarf zu senken und den Güterverkehr noch stärker auf Effizienz auszurichten. So sollten möglichst viele Transporte von Lkw und Flugzeugen auf Züge und Schiffe verlagert werden, da diese Verkehrsmittel deutlich energieeffizienter sind.

Bahntransport muss zuverlässiger werden

Der Transport auf der Schiene ist bereits überwiegend elektrifiziert. Damit zukünftig mehr Güter mit der Bahn transportiert werden können, müssen laut UBA die bisherigen Kapazitäten erhöht werden. Außerdem müsse die Bahn flexibler und zuverlässiger werden. Mit Hilfe von Automatisierung, Digitalisierung und strategischem Ausbau könne das gelingen.

Auch die Binnenschifffahrt könne zu einer bedeutenden Säule im Güterverkehr werden. „Flachgehende, batterieelektrische und vollautomatisierte Schiffe können Waren umweltschonend, effizient und auch bei niedrigerem Wasserstand transportieren“, heißt es bei der Behörde. Auch die Kombination verschiedener Verkehrsmittel inklusive des Aufbaus entsprechender Umladepunkte werde entscheidend sein.

Eine umfassende Verkehrsverlagerung und eine Energiewende im Verkehr sollten durch Ansätze zur Verkehrsvermeidung unterstützt werden. Dazu zähle beispielsweise der Einsatz digitaler Lösungen zur Bündelung von Transporten. Wirksam seien aber auch nachhaltige Warenangebote wie langlebige, reparaturfähige, regionale und lokale Produkte. (wa)