Wasserstoffautos sollen in die emissionsfreie Zukunft führen. Dennoch ist die Anzahl der Autos mit Wasserstoff- und Brennstoffzellenantrieb in Deutschland gering. Gerade einmal 386 Fahrzeuge mit emissionsarmem Antrieb sind in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt zugelassen. Bei einem Gesamt-Fahrzeugbestand von 64,8 Mio. Autos ist das ein Anteil von 0,0006 Prozent.
In dem Nischenmarkt sind vor allem Asiaten präsent. Toyota hat weltweit nach eigenen Angaben knapp 10.000 solcher Fahrzeuge verkauft, davon knapp 200 in Deutschland. Daimler stieg schon in den 1990er Jahren ein und produzierte ab 2009 für einige Jahre rund 200 B-Klasse-Autos als H2-Version.
Verkaufspreise spielen zentrale Rolle
Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen zeigt auf die Geldbörse: Der Preis für so ein Auto sei "inakzeptabel". Grob gesagt kostet ein Wasserstoff-PKW in Deutschland 70.000 bis 80.000 Euro, auch Leasingverträge sind nicht billig. Der Grund sind die hohen Entwicklungskosten und die geringen Verkaufszahlen.
Auch Umweltexperten sehen Wasserstoff-Autos skeptisch. Florian Hacker vom Öko-Institut verweist auf den niedrigen Wirkungsgrad. Man brauche Strom, um aus Wasser Wasserstoff herzustellen, der dann in Gastanks gelagert und schließlich nach dem Tanken im Auto in Strom umgewandelt wird – bei diesen Schritten verliere man Energie. "Nur 25 Prozent der ursprünglichen Energie führt in einem Brennstoffzellen-Auto zur Fortbewegung, der Rest geht verloren", betont Hacker.
Anzahl an Tankstellen für Wasserstoff steigt, aber nur langsam
Während die Attraktivität von mit Wasserstoff betriebenen Autos nicht merklich steigt, steigt zumindest die Anzahl an Wasserstofftankstellen in Deutschland. Insgesamt gibt es 72 H2-Tankstellen. Bis 2020 werden 100 Wasserstoff-Tankstellen für Brennstoffzellen-Pkw angestrebt, wie das die für das Bundesverkehrsministerium tätige Now GmbH mitteilte. Bis 2025 sollen es 400 sein. (bh)
