Während die Automobilbranche unter sinkenden Absatzzahlen ächzt, klettert die Zahl der Autos mit Alternativantrieb deutlich. Die Deutsche Energieagentur Dena schaut da genauer hin: In ihrem Monitoringbericht „Alternative Antriebe in Deutschland 2021“ schlüsselt sie die Verkaufszahlen auch nach Segmenten oder Bundesländern auf.
Insgesamt verdoppelte sich der Marktanteil alternativer Antriebe zwischen Januar und Oktober auf 41,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Knapp die Hälfte davon sind Hybride, die ihren Marktanteil deutlich ausgebaut haben. Massiv gestiegen ist aber auch die Zahl der Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden und batterieelektrischen Fahrzeugen, von denen jeweils mehr als das Doppelte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verkauft wurden.
Der Anteil alternativer Antriebe variiert dabei stark zwischen den Segmenten: Während sie bei der oberen Mittelklasse einen Anteil von 85,8 Prozent und in der Mittelklasse von 70 Prozent aufweisen, liegt dieser bei Großraum-Vans lediglich bei 6,8 Prozent. Auch Sportwagen sind mit rund 11 Prozent eher selten alternativ unterwegs.
Die meisten Fahrzeuge mit alternativem Antrieb wurden laut Dena im Segment der SUV neu zugelassen. Dort verteilen sich die Antriebsarten relativ gleichmäßig auf Batterie, Plugin und Plugin-Hybrid. Die größten Zuwächse gegenüber dem Vorjahr finden sich allerdings bei Batterifahrzeugen und Plugin-Hybriden. Bei Geländewagen hat der Alternativ-Anteil sogar schon die 50-Prozent-Marke überschritten - überwiegend aber als Hybrid oder Plugin-Hybrid.
Der höchste Anteil der alternativen Antriebe insgesamt ist in der Hauptstadt zu beobachten. 46,9 Prozent der Neuzulassungen sind dort mit einem Elektro-, Hybrid- oder Gasantrieb ausgestattet. Damit liegt Berlin knapp vor Baden-Württemberg mit 45,3 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 45 Prozent.
Hamburg ist Schlusslicht
Der Spitzenreiter der absoluten Neuzulassungen Bayern landet beim relativen Vergleich auf dem achten Platz (42,1 Prozent). Das Schlusslicht bildet Hamburg, wo der Anteil der alternativen Antriebe bei 31,1 Prozent liegt.
Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung, sagte: „Der weiterhin steigende Anteil von alternativen Antreiben ist erfreulich.“ Es sei jedoch wichtig, diesen Trend kontinuierlich zu steigern, damit die Ziele der neuen Bundesregierung von 15 Millionen Elektrofahrzeuge bis 2030 erreicht werden können. Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur mit einem Ziel von mindestens einer Million Ladepunkten sei elementar für ein weiteres Wachstum des Anteils alternativer Antriebe.
Mehrere Lösungen nötig
„Für die Erreichung der Klimaziele ist allerdings nicht nur der Antriebswechsel, sondern auch die Reduzierung der CO2-Emissionen im Bestand notwendig“, so Kuhlmann. Es bedürfe also mehrerer Lösungen, um die Emissionen des Verkehrssektors insgesamt zu senken. Dazu müssten neben der Elektrifizierung der Antriebe auch die Produktion und Nutzung von CO2-armen Kraftstoffen und die Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte gehören. (wa)
