Der Bund will die Förderung für Elektrobusse kürzen

Der Bund will die Förderung für Elektrobusse kürzen

Bild: © TonelloPhotography/Adobe Stock

Fast jeder zweite neu zugelassene Stadtbus war 2025 elektrisch. Ende 2025 fuhren bundesweit rund 4750 emissionsfreie Busse, also 14 Prozent der Flotte. Den Hochlauf ermöglichte maßgeblich der Bund. Bei rund 70 Prozent der beschafften E-Busse gab der Bund Fördermittel hinzu. Entscheidend war bislang vor allem die Verlässlichkeit der Förderung.

Eine Studie des Beratungsunternehmens PwC (PricewaterhouseCoopers) zeigt, was daran hängt. Beauftragt haben sie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Klima-Allianz Deutschland. 2025 erwirtschaftete der Stadtbusmarkt demnach 1,6 bis 2 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung, also den wirtschaftlichen Mehrwert. Das entspricht 10.300 bis 12.600 Arbeitsplätzen, Zulieferer eingerechnet. Rund 72 Prozent der Fahrzeuge stammen von Daimler Buses, MAN und Iveco.

Kommunen tragen die Mehrkosten

Der Haken: Ein Elektro-Solobus kostet rund 580.000 Euro, ein Dieselbus rund 310.000 Euro. Hinzu kommen Ladeinfrastruktur, Netzanschlüsse und Werkstätten. Weil Kommunen den Nahverkehr überwiegend finanzieren, tragen sie diese Mehrkosten in ohnehin angespannten Haushalten. Aber der Hochlauf ist keine freiwillige Leistung der Kommunen. EU-Recht und das Klimaschutzprogramm des Bundes geben den Takt vor. Je nach Vorgabe sind jährlich zwischen 950 und 2900 neue E-Busse nötig.

Im Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 sind für die E-Bus-Förderung nur noch 130 Millionen Euro vorgesehen. Im Vorjahr waren es 403 Millionen Euro. Die Studie rechnet drei Szenarien bis 2030 durch. Ausgehend von rund 5750 E-Bussen im Jahr 2026 wächst der Bestand im Haushaltsentwurf auf rund 10.250. Im Szenario Transformation, das die Förderung des Jahres 2026 um ein Jahr verlängert, sind es rund 11.800. Mit einer um rund 25 Prozent ausgeweiteten Förderung wären es sogar 17.500.

Die Konsequenz: Dem Entwurf fehlen gegenüber dem Leitmarkt rund 7200 E-Busse, ein Minus von etwa 60 Prozent. Stattdessen kämen rund 6000 neue Dieselbusse auf die Straße. Sie blieben bis in die 2040er-Jahre im Betrieb. Auch die Wirtschaft spürt das. Gegenüber dem Transformationsszenario fehlen jährlich rund 150 Millionen Euro Bruttowertschöpfung, und etwa 1000 Arbeitsplätze könnten betroffen sein. Mit der ausgeweiteten Förderung entstünden dagegen jährlich rund 450 Millionen Euro und bis zu 3000 Arbeitsplätze zusätzlich.

Die Kürzung spart nur scheinbar, legt die Studie nahe. Zusätzliche Dieselbusse verursachen vermeidbare Treibhausgase, Stickoxide und Feinstaub. Mit den Kostensätzen des Umweltbundesamts ergeben sich externe Schäden von 1,5 bis 4,6 Milliarden Euro. "Wenn der Bund seine Förderung um mehr als zwei Drittel absenkt, dann wird die E-Bus-Beschaffung ausgebremst", sagt VDV-Vizepräsident Paul Hemkentokrax.

Ein Bündnis aus Industrie, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Gewerkschaften fordert den Bundestag auf, die Kürzung in den laufenden Haushaltsverhandlungen zurückzunehmen. Ob die Abgeordneten folgen, bleibt aber offen.

Der Link zur Studie

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