Der Roboter läuft über das Bahngelände und schaltet die Kamera an, sobald die KI unbefugte Personen entdeckt.

Der Roboter läuft über das Bahngelände und schaltet die Kamera an, sobald die KI unbefugte Personen entdeckt.

Bild: © Deutsche Bahn AG / Thomas Kiewning

Die S-Bahn München hat in den kommenden Wochen einen neuen vierbeinigen Kollegen: Roboterhund Spot patrouilliert eigenständig über Abstellanlagen von Zügen. Seine Aufgabe: Vandalismus und Graffiti vorbeugen.

Spot erkennt KI-gestützt unbefugte Personen oder andere Unregelmäßigkeiten. Daraufhin startet er eine Liveübertragung. Die Bilder landen dann in hoher technischer Qualität bei den DB-Sicherheitsmitarbeitenden in der Nähe. Die können entscheiden, ob weitere Schritte einzuleiten sind.

Herausfinden, was Spot wirklich kann

S-Bahn-Chef Heiko Büttner: „Unsere Züge sind unsere Visitenkarte und entscheidend für den ersten Eindruck bei unseren Fahrgästen. Deswegen kommen S-Bahnen mit Graffiti so schnell wie möglich zur Reinigung ins Werk und stehen dadurch nicht für den Einsatz zur Verfügung. Je weniger Graffiti, desto besser also für unsere Fahrgäste. Genau dabei soll uns Roboterhund Spot unterstützen.“

Torsten Malt, Leiter Regionalbereich Süd von DB Sicherheit: „Mit dem Pilotprojekt wollen wir herausfinden, was Spot alles kann und inwieweit wir ihn künftig dauerhaft einsetzen können. Von Anfang an entwickeln wir so Zukunftstechnologien mit und können sie maßgeschneidert auf den Einsatz im komplexen Eisenbahnsystem anpassen.“

Schienen und Schotter sind kein Problem

Spot sei besonders gut für den Einsatz im Bahnbereich geeignet. Da er sich wie ein Hund auf vier Beinen fortbewegt, kann er problemlos auf verschiedenen Untergründen laufen. Selbst Stufen, Schienen oder Schotter seien für ihn kein Problem. Mit Hilfe seiner Sensoren und Kameras kann er Kollisionen mit Menschen oder Gegenständen vermeiden und behält auch nachts den Überblick. Und wenn Spot doch einmal stürzen sollte, steht er selbstständig wieder auf.

Allein in München wurden im vergangenen Jahr fast 13.000 Quadratmeter Graffiti in Handarbeit vom Außenlack entfernt. Für die S-Bahn bedeutet das Kosten im hohen sechsstelligen Bereich. Auch die Umwelt werde belastet, denn um die aufgesprühte Farbe zu entfernen, kommen Chemikalien zum Einsatz. Pro Woche gehen laut S-Bahn München im Schnitt zwölf Fahrzeuge zur Außengraffiti-Entfernung in die Werkstatt. (wa)

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