Bild: © Moduldrei

Bitte einsteigen! Für die neue Folge des ZFK-Podcasts "Im Fokus" ist Podcasthost Stefan Lennardt nach Rostock gereist. Der in Rostock ansässige Verkehrsverbund Warnow verbindet die Verkehrsunternehmen in der Hansestadt und im Landkreis Rostock. Im Mittelpunkt der Folge steht das Modellprojekt MIRROR, das den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver und zugänglicher machen sollte.

Neue Angebote für Stadt und Landkreis

MIRROR steht für "Mehr klimafreundliche Mobilität zur Stärkung der Partizipation und Inklusion in der Region Rostock". Das vom Bund geförderte Modellprojekt lief von 2022 bis 2024. Gemeinsam mit Verkehrsunternehmen, Kommunen und weiteren Partnern setzte der Verkehrsverbund Warnow verschiedene Maßnahmen in Rostock und im Landkreis um. Dazu gehörten bessere Verbindungen, digitale Fahrgastinformationen, neue Tarifangebote und zusätzliche Anlaufstellen für die Bevölkerung.

"Wir sind wahnsinnig stolz darauf, dass wir fast alle Angebotsverstärkungen, die wir über das Projekt geschaffen haben, auch wirklich beibehalten haben", berichtet Maxi Bergel, die MIRROR geleitet hat und Projektleitung beim Verkehrsverbund Warnow ist. "Die Bürgerinnen und Bürger der Region haben diese zusätzlichen Verbindungen sehr toll angenommen."

Mobilitätswissen über Netzwerke vermitteln

Eine besondere Maßnahme von MIRROR waren die Mobilitätslotsen. Sie sollten Informationen über Tarife, Linien und die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in ihre jeweiligen Netzwerke tragen. Angesprochen wurden unter anderem ältere Menschen, Schülerinnen und Schüler sowie Menschen mit Migrationsgeschichte. "Wir brauchten Menschen, die unser Thema multiplizieren und haben uns Interessierte aus den verschiedenen Zielgruppen gesucht", erläutert Michael Reitz, Kundenmanager bei der Rostocker Straßenbahn.

Die Lotsen übersetzten Informationen in andere Sprachen und in verständlichere Formen. Sie erklärten beispielsweise, welche Fahrkarte benötigt wird, und unterstützten ältere Menschen bei der Nutzung von Bus und Bahn. Dazu gehörten auch Rollator-Schulungen und Informationsangebote bei Stadtteilfesten.

"Mit den Lotsen haben wir geschafft, was ein Plakat nicht so einfach kann: die Zielgruppe direkt erreichen", sagt Reitz im Gespräch. "Sie haben an ihrem Handy was eingegeben und zack, war das in der großen Community. Das haben wir nie geschafft und wir haben nicht mal gewusst, dass es so einfach sein kann."

Das Lotsenprogramm wurde nach dem Ende der Förderung nicht in derselben Form fortgeführt. Unter anderem fehlte die Finanzierung für eine koordinierende Stelle. Einige Erfahrungen blieben jedoch erhalten. Informationsmaterial wird weiterhin in mehreren Sprachen angeboten. Außerdem arbeitet der Verkehrsverbund mit Vereinen und Ansprechpartnern aus den jeweiligen Gemeinschaften zusammen.

Was andere Verkehrsunternehmen daraus lernen können

Für andere Nahverkehrsunternehmen ergeben sich aus dem Projekt vor allem zwei Lehren. Angebote müssen einfach verständlich sein – insbesondere bei Tarifen und Fahrgastinformationen. Zugleich sollten Verkehrsunternehmen bei der Planung flexibel bleiben und die Bevölkerung möglichst früh beteiligen.

"Bleibt flexibel in euren Plänen", lautet der Rat von Bergel. Denn nicht alles entwickle sich so, wie es zu Beginn eines Förderprojekts vorgesehen sei. Gerade bei Modellprojekten könne sich erst während der Umsetzung zeigen, welche Maßnahmen angenommen würden, welche angepasst werden müssten und welche sich dauerhaft tragen ließen.

MIRROR zeigt damit auch die Grenzen befristeter Förderprojekte. Neue Angebote und Infrastruktur können mit Fördermitteln angestoßen werden. Für ihren dauerhaften Betrieb braucht es jedoch Zuständigkeiten, Personal und eine gesicherte Finanzierung.

Erfahren Sie im Podcast, welche Maßnahmen nach dem Projekt noch erhalten geblieben sind.

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