In Brunsbüttel soll ein industrielles Großprojekt zur Herstellung synthetischer Gase entstehen. Ein Konsortium von Arge Netz, MAN Energy Solutions und Vattenfall plant eine 130 Mio. Euro teure 50-MW-Elektrolyseanlage, die täglich rund 20 Tonnen Wasserstoff erzeugt und so täglich bis zu 110 Tonnen CO2 einspart, sagte Levke Belz von der Arge Netz.
Für die Realisierung des Projekts "HySynGas" (Hydrogen and Synthetic Natural Gas) sei Brunsbüttel der beste Standort in Norddeutschland, ergänzte Björn Spiegel, Leiter Politik & Strategie bei Arge Netz. Die Region böte eine der höchsten Windeinspeisungen aus On- und Offshore in ganz Europa. "Zugleich haben wir im größten Industriegebiet in Schleswig-Holstein viele Nachfrager nach grünen Gasen und auch Abnahmemöglichkeiten für grünen Sauerstoff und Abwärme aus dem Prozess."
Grün ginge, aber...
Der Windstrom wird genutzt, um in einer riesigen Elektrolyse-Anlage aus Leitungswasser Wasserstoff und Sauerstoff zu erzeugen. Dieser grüne Wasserstoff könnte direkt zur Energiegewinnung genutzt werden. Jedoch habe das Gas ein so großes Volumen, dass herkömmliche Tanks nicht ausreichen würden, um beispielsweise in einem Lkw eingesetzt werden zu können, erklärte Arne Jacobsen von der Vattenfall Europe Innovation.
Das Problem könne jedoch über den Umweg der Erzeugung von Synthetic Natural Gas bzw. Substitute Natural Gas (SNG), umgangssprachlich auch synthetisches Erdgas, gelöst werden. Dafür werde der Wasserstoff mit Kohlendioxid versetzt, der aus den Abgasen benachbarter Industrieanlagen gewonnen wird und schließlich entstünde ein synthetisches Erdgas. "Über grüne Gase können wir schrittweise auch die Sektoren Industrie, Verkehr und Wärme dekarbonisieren", sagte Spiegel. Aber: "Noch ist die wirtschaftliche Umsetzung allerdings von regulatorischen Rahmenbedingungen abhängig." (dpa/ab)
