Die von Hydrogenious LOHC entwickelte Technologie nutzt Wärmeträgeröl zur Bindung von Wasserstoff und ermöglicht so die drucklose Lagerung bei Umgebungstemperatur.

Die von Hydrogenious LOHC entwickelte Technologie nutzt Wärmeträgeröl zur Bindung von Wasserstoff und ermöglicht so die drucklose Lagerung bei Umgebungstemperatur.

Bild: © Man Energy Solutions

Die Umsetzung der von der Bundesregierung im Juni beschlossenen Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) kommt nach Einschätzung von Experten nicht schnell genug voran. Das ist das Ergebnis einer Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages.

Nach Einschätzung von Jörg Bergmann (Open Grid Europe) werde sich Wasserstoff zu einer globalen Schlüsseltechnologie entwickeln und sei geeignet auch die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands voranzubringen. Um dem Wasserstoff zum Durchbruch zu verhelfen, müsse die Politik nun aber zügig in allen Bereichen – von der Erzeugung über den Transport bis zur breiten Verwendung – gute Rahmenbedingungen schaffen. Konkret schlug Bergmann mit Blick auf den Transport den Aufbau einer Pipeline-Infrastruktur auf Basis bestehender Gasnetze vor.

Schnettler: EEG-Umlage muss weg

Mehr Tempo bei der Umsetzung der NWS mahnte auch Armin Schnettler (Siemens Energy) an. Noch seien deutsche Unternehmen Technologieführer im Bereich Wasserstoff. Dieser Vorsprung müsse erhalten und ausgebaut werden. Schnettler mahnte erneut die Befreiung der Wasserstoff-Elektrolyse von der EEG-Umlage an.

Kerstin Andreae (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) sprach sich bei der Anhörung dafür aus, bis 2050 die Gasversorgung vollständig auf klimaneutrale und dabei möglichst weitgehend auf erneuerbare Gase umzustellen. Im Bereich Wärme regte sie die Beimischung von Wasserstoff in Gasnetze an. Das funktioniere aber nur, wenn man zügig in die Produktion einsteige.

IG Metall: Weiterbildung nicht vernachlässigen

Daniela Jansen von der IG Metall rückte das Thema Fachkräfte in den Mittelpunkt. Die NWS setze auf Forschung und Entwicklung, vernachlässige aber bisher die Aus- und Weiterbildung.

Ein zu hohes Abstraktionsniveau der NWS beklagte Felix C. Matthes vom Öko-Institut. Zugleich mahnte er einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren an. Wasserstoff könne nur so grün sein wie die Stromerzeugung grün sei.

Fraunhofer: Regulatorik anpassen

Mario Ragwitz (Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie) griff die Forderung nach einer Anpassung des regulatorischen Rahmens für Steuern, Abgaben und Umlagen auf Strom, die Förderung von Demonstrationsobjekten und den Aufbau der notwendigen Infrastruktur auf. Regulatorische Hemmnisse für Brennstoffzellenfahrzeuge und Wasserstofftankstellen müssten abgebaut werden. (amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper