BMWi-Staatssekretär Andreas Feicht sprach auf der Smart Country Convention über künftige Herausforderungen im Umgang mit der EEG-Umlage.

BMWi-Staatssekretär Andreas Feicht sprach auf der Smart Country Convention über künftige Herausforderungen im Umgang mit der EEG-Umlage.

Bild: @ BMWi

Die Äußerungen von Andreas Feicht, Energie-Staatssekreträr im Bundeswirtschaftsminsiterium, zu Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), Redispatch 2.0, 450-MHz-Frequenzen und Ladeinfrastruktur lassen die anwesenden Verteilnetzbetreiber auf dem VKU-Netzforum 2019 aufhorchen. In einer Keynote erläutert er, welche regulatorischen Maßnahmen und Rechtsanpassungen aktuell diskutiert werden und in Zukunft anstehen.

Nachdem am Dienstag der Referentenentwurf für ein Gesetz zum Kohleausstieg bekannt geworden war, rückt das Thema KWK weiter in den Fokus. Staatssekretär Feicht spricht der KWK eine wichtige Rolle in den strategischen Überlegungen der Bundesregierung zu und erklärt: "KWK soll zu einem zentralen Element der Energiepolitik werden." Er wünscht sich, dass überall wo möglich und sinnvoll die Kohlekraftwerke in klimaschonende KWK-Anlagen umgebaut werden. Mit welchen Maßnahmen das BMWi die KWK fördern will, finden Sie hier.

Regionale Flexibilitätsmärkte - volkswirtschaftlich sinnvoll?

Wichtig für das Gelingen der Energiewende im Verteilnetz ist das Thema Flexibilität. In der NABEG-Novelle legte das BMWi fest, dass ab 1. Oktober 2021 auch Erneuerbare-Energien- und KWK-Anlagen ab 100 kW unter die Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) zum Redispatch fallen. Aktuell würde die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Verfahren zur konkreten Abwicklung erarbeiten, da die Pflicht zum Bilanzausgleich der abgeregelten Energiemenge dann beim Netzbetreiber liege, berichtet Feicht.

Dabei stelle sich aktuell noch die Frage, wie man regulatorisch mit den Engpassmanagementkosten in der Anreizregulierung umgehe. Dies sei derzeit noch offen, da gebe es unterschiedliche Positionen, so Feicht. Er sieht zwar Chancen in den von der Branche geforderten regionalen Flexibilitätsmärkten, letztendlich gehe es dabei aber darum, welchen volkswirtschaftlichen Nutzen diese hätten und wie effizient diese im Hinblick auf die großen Flexibilitätsmärkte auf nationaler und auch europäischer Ebene seien.

"Menschen müssen Smart-Meter akzeptieren"

Beim Thema Smart-Meter-Rollout verspricht Feicht Unterstützung der Bundesregierung bei der kommunikativen Vermittlung an die Bürger. Mit Kampagnen und Veröffentlichung will die Bundesregierung dafür werben, "dass die Menschen die intelligenten Messsysteme akzeptieren", wenn es dann in naher Zukunft mit dem Rollout losgeht, so Feicht.

In der Debatte um die 450-MHz-Frequenzen spricht sich Feicht dafür aus, dass die Energiewirtschaft Zugriff auf die 450-MHz-Frequenzen bekommt, es gebe aber nun mal erhebliche Konkurrenz. Bislang habe die Bundesregierung noch keine Entscheidung zur Vergabe getroffen. Feicht begrüßte aber das Kompromissangebot der beiden großen Energieverbände. Dafür würde nun im Kabinett geworben.

VNB könnten bei 'Laden auf dem Land' wichtig werden

Nachdem sich die Bundesregierung auf dem Autogipfel für mehr Ladepunkte ausgesprochen hat, stellt sich die Frage: "Was passiert, wenn es keinen rein marktlichen Aufbau von Ladesäulen gibt?", so Feicht. Gerade im ländlichen Raum, wo es teilweise keine eigenwirtschaftliche Entwicklung gebe, könnte den Verteilnetzbetreibern eine wichtige Rolle zukommen. Dafür müsste das Regulierungsregime angepasst werden, so Feicht. Auch über eine Weiterentwicklung des Paragraphen 14a des EnGW könne man reden, um "ineffizient hohen Netzausbau auf der Niederspannungsebene zu vermeiden." Wenn es dort den Bedarf einer Rechtsänderung gebe, würde diese 2020 kommen, verspricht Feicht.

In seiner Keynote auf dem VKU-Netzforum zeichnet Staatsekretär Feicht eine zukünftig deutlich veränderte Rolle der Verteilnetzbetreiber. Auch Katharina Reiche, VKU-Hauptgeschäftsführerin, betont: "Die Rolle der Verteilnetzbetreiber als Ermöglicher der Energiewende wird mit der zunehmenden Dezentralisierung der Erzeugung und Veränderungen in der Verbrauchsstruktur immer weiter zunehmen." (pm)

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