Wenn es nach Ministerpräsident Winfried Kretschmann geht, soll Baden-Württemberg den E-Mobilitätsmarkt aufmischen.

Wenn es nach Ministerpräsident Winfried Kretschmann geht, soll Baden-Württemberg den E-Mobilitätsmarkt aufmischen.

© Christoph Schmidt/dpa

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) machte sich im Landtag für den Bau einer Batteriezellen-Fabrik für E-Autos im Südwesten stark. Die Batterie sei die Schlüsseltechnologie der Elektromobilität, erläuterte Kretschmann am Mittwoch in Stuttgart. Das wichtigste Bauteil solle man nicht kampflos den anderen überlassen. „Die Batteriezellen kommen aber bisher ausschließlich aus Asien“, gab der Ministerpräsident zu bedenken. Für die Opposition (SPD, FDP) greift die Fixierung auf E-Mobilitätskonzepte zu kurz – sie wirft der Landesregierung mangelnde Technologieoffenheit vor.

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke kritisierte die mangelnde Gewichtung von Nachteilen, wie die geringe Ladesäulendichte gerade im ländlichen Raum oder lange Ladezeiten. Darüber hinaus gebe es Alternativen wie zum Beispiel die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe und die Brennstoffzellentechnik.

„Vom Autoland zum Mobilitätsland Nummer eins“

CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart wies die Vorwürfe zurück und pflichtete Kretschmann bei: „Das eine schließt doch das andere nicht aus“. Es gelte aber künftig an der Spitze des Fortschritts zu sein.  Kretschmann will Baden-Württemberg vom Autoland zum Mobilitätsland Nummer eins machen. Dazu kündigte der Bündnisgrüne ein Forschungsprojekt für die Massenproduktion von Batteriezellen für E-Autos an: „Damit wollen wir die Grundlage für die Serienproduktion von Batteriezellen im Land schaffen.“

Bosch steigt nicht in die Batteriezellen-Fertigung ein

Erst Ende Februar hatte der Technologiekonzern Bosch erklärt, auf den Aufbau einer eigenen Zellfertigung zu verzichten. Deutschland hat derzeit noch keine große kommerzielle Batteriezellen-Fertigung. Die Preise für die Stromspeichermasse sind relativ niedrig. Steigt aber die Bedeutung der Elektromobilität, dürfte auch die Nachfrage in die Höhe schnellen - und das Marktsegment an Bedeutung gewinnen. (dpa/ls)

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