Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) bleibt trotz des Angebots des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in der Politik. "Mein Platz ist in Niedersachsen", sagte Lies am Montag in Hannover bei einer Pressekonferenz mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Drei Tage zuvor war bekannt geworden, dass ihm das Angebot des BDEW vorlag. Weil hatte ihn daraufhin gebeten, sich bis Montag zu entscheiden. Die Opposition hatte den vermeintlich bevorstehenden Wechsel des Umweltministers in die Energiebranche kritisiert.
Innerhalb der niedersächsischen SPD gilt Lies vielen als Nummer zwei hinter Weil. Weil stand immer wieder als Anwärter auf den SPD-Vorsitz im Raum, hatte Berichten zufolge aber Montagvormittag gesagt, dass er nicht davon ausgehe, zu kandidieren.
Grünen-Politikerin soll neue BDEW-Hauptgeschäftsführerin werden
Nach der Absage des niedersächsischen Umweltministers soll nun Kerstin Andreae, wirtschaftspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, neue Hauptgeschäftsführerin des Verbandes werden. Wie der Verband am Montag mitteilte, beschloss das BDEW-Präsidium einstimmig, dem Vorstand Andreae als Nachfolgerin vorzuschlagen. Die Entscheidung für Andreae, die als sicher gilt, wird dann auf der Vorstandssitzung am 13. August bekannt gegeben. Andreae würde die Nachfolge von Stefan Kapferer (FDP) antreten, der zum Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz gewechselt war.
Die Grünen im Bundestag würden bei ihrem Wechsel ihre wohl profilierteste Wirtschaftsexpertin verlieren – gleichzeitig aber einen weiteren direkten Draht in die Energiebranche aufbauen. Sie gilt als ernstzunehmende Expertin und geschätzte Gesprächspartnerin auch in Unternehmen, denen man erst mal keine Grünen-Nähe zuschreiben würde. Die 50-jährige Baden-Württembergerin hat vor nicht allzu langer Zeit den Wirtschaftsbeirat der Fraktion gegründet. (pm/dpa)
