Das Bundeskabinett will die Produktion von Strom für grünen Wasserstoff von der EEG-Umlage befreien und hat dazu grünes Licht für eine Formulierungshilfe des Bundeswirtschaftsministeriums gegeben.
Eon-Netzvorstand Thomas König spricht in einer Pressemitteilung von einem wichtigen Schritt in die richtige Richtung: „Hiermit wird die Wirtschaftlichkeit von Wasserstoffprojekten verbessert und eine Grundlage für den Aufbau einer nationalen Wasserstoffwirtschaft gelegt. Damit diese Regelung in der Praxis Anwendung finden kann, müssen die Rahmenbedingungen für grünen Wasserstoff zügig festgelegt werden.“ Um die Nachfrage anzukurbeln und eine zuverlässige Emissionsminderung von Gasanwendungen zu erreichen, sei eine Grüngasquote sinnvoll.
Deutsche vertrauen auf Wasserstoff
Zudem müsse der Wärmesektor selbstverständlicher Teil der nationalen Wasserstoffstrategie sein, fordert König und bezieht sich dabei auf eine von Eon in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage. Demnach haben die Deutschen mehrheitlich großes Vertrauen in die Wasserstoff-Technologie. 67 Prozent der Befragten könnten sich bereits heute vorstellen, mit Wasserstoff zu heizen, wenn dabei kein CO2 entsteht.
Kritisch zum Beschluss des Bundeskabinetts äußerten sich Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft, und Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik, der Grünen-Bundestagsfraktion. Es sei sehr zu begrüßen, wenn grüner Wasserstoff in Deutschland hergestellt werde. Der Vorschlag der Bundesregierung, die Wasserstoffproduktion fast uneingeschränkt von der EEG-Umlage zu befreien, führe allerdings zu einem hohen CO2-Ausstoß.
„Ohne wirksame Anreize, Wasserstoff nur in Zeiten und an Orten zu produzieren, wo viel Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung steht, wird sich seine Klimabilanz verschlechtern. Damit reiht sich der aktuelle Vorschlag der schwarz-roten Koalition in eine Kette von Enttäuschungen ein, die diese Regierung bei Energiewende und erneuerbaren Energien zu verantworten hat“, so die beiden Politikerinnen.
Grüne für intelligente Steuerung der H2-Produktion
Richtig wäre, die Wasserstoff-Produktion dann hochzufahren, wenn der Strommix besonders CO2-arm ist. „Dafür sollte die EEG-Umlage abgesenkt werden, sobald viele erneuerbare Energien verfügbar und die Preise an der Strombörse dadurch so niedrig sind, dass Kohlekraftwerke nicht mehr rentabel betrieben werden können. Damit wäre eine kohlefreie Wasserstoffwirtschaft weitgehend sichergestellt.“
Auch schaffe die Regierung keine Anreize, damit beispielsweise überschüssiger Windstrom für die Wasserstoffproduktion genutzt wird, statt Windräder immer wieder abzuschalten, monieren Nestle und Verlinden. (amo)



