Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen)

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen)

Bild: © Hannes P. Albert/dpa

Die lange angekündigte Kraftwerksstrategie lässt weiter auf sich warten. Verschiedene Ausbuchstabierungen des Vorhabens würden gerade in der Ampel-Koalition "endberaten", sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck auf ZfK-Nachfrage.

Dem würden die öffentliche Konsultation und Gesetzgebung folgen. Einen Zeitrahmen nannte der Grünen-Politiker nicht.

Kosten über eineinhalb Jahrzehnte gestreckt

Konkreter wurde Habeck zu den zuletzt kolportierten rund 60 Milliarden Euro Förderkosten. Die Zahl selbst, die der SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Hümpfer vor knapp zwei Wochen aufgeworfen hatte, dementierte der Minister nicht. Die Summe würde sich jedoch auf einen langen Zeitraum, "eher über eineinhalb Jahrzehnte beispielsweise", beziehen.

In jedem Fall wolle man die Förderbedingungen so ausgestalten, "dass es möglichst günstig für die öffentliche Hand wird", sagte Habeck. Noch ist nicht klar, inwiefern das Ministerium nur Investitions- oder auch Betriebskosten fördern will.

24 GW bis 2024

Anfang August hatte das Bundeswirtschaftsministerium angekündigt, insgesamt bis zu 23,8 Gigawatt (GW) an neuen wasserstofffähigen Gaskraftwerken ausschreiben zu wollen. 8,8 GW sind für Kraftwerke gedacht, die von Beginn an mit Wasserstoff betrieben werden.

Dazu sollen maximal weitere 15 GW an Kraftwerken kommen, die vorübergehend Erdgas verbrennen, ehe sie bis spätestens 2035 ans Wasserstoffnetz angeschlossen sind. Eine Einigung der Bundesregierung mit der EU-Kommission über die endgültigen Rahmenbedingungen gibt es bislang nicht.

Zeit drängt

Dabei drängt die Zeit. Im kommenden Jahr sollen eigentlich die ersten Ausschreibungen beginnen. Ursprünglich hatte das Ministerium bereits für diesen Herbst Auktionen in Aussicht gestellt.

Neue gasbefeuerte Erzeugungskapazitäten dürften für eine durchgehende Stromversorgungssicherheit in Deutschland bis 2030 bei gleichzeitigem Kohleausstieg von entscheidender Bedeutung sein. Die Bundesnetzagentur ging in ihrem Bericht zu Jahresbeginn von einem Zubau von rund 17 bis 21 GW aus.

Skepsis in Energiebranche

In der Branche überwiegt die Skepsis. "Wir wissen aus Gesprächen und eigener Erfahrung, dass der Bau eines größeren Gasblocks in der Regel fünf bis sechs Jahre dauert", sagte beispielsweise Sven Becker, Sprecher der Trianel-Geschäftsführung, im ZfK-Sommerinterview.

"Wenn wir ehrlich sind, ist die Realisierung von 20 Gigawatt wasserstofffähiger Kapazitäten bis 2030 nicht mehr haltbar." (aba)

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