Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-Ergie

Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-Ergie

Bild: © N-Ergie

Der Neubau eines neuen Reserve-Gaskraftwerks in Bayern stößt in der Strombranche auf scharfe Kritik: Der Nürnberger Versorger N-Ergie warnte am Donnerstag vor einer "teuren Investitionsruine". "Leidtragende dieser verfehlten Energiepolitik sind die Stromkunden", sagte Vorstandschef Josef Hasler. Sie müssten über steigende Netzentgelte die Zeche zahlen.

Im oberbayerischen Irsching soll bis Herbst 2022 der sechste Block des dortigen Gaskraftwerks gebaut werden – ausschließlich für Notsituationen zur Stabilisierung des Stromnetzes gedacht. Der Grund für Haslers Ärger ist, dass in Irsching bereits ein hochmodernes und sehr selten genutztes Gaskraftwerk steht, an dem die N-Ergie beteiligt ist.

Verluste im zweistelligen Millionenbereich

Der Manager bezifferte die jährlichen Verluste des Irschinger Blocks fünf auf einen zweistelligen Millionenbetrag – Eigentümer sind gemeinsam die Unternehmen Uniper, N-Ergie und Mainova. In der Rangfolge der Netzreserve haben die Blöcke vier und fünf Vorrang vor dem neu geplanten Block sechs. Da letzteres ausschließlich als Sicherheitspuffer dienen soll, "könnte die absurde Situation entstehen, dass das neue Kraftwerk nie zum Einsatz kommt".

"Da das neue Kraftwerk nur für den Übergangszeitraum bis zum Ausbau der Übertragungsnetze genutzt werden soll, schafft die Politik eine teure Investitionsruine und nimmt in Kauf, dass sich die Bürger von der Energiewende weiter abwenden", erklärt Hasler.

Abkehr vom Zentralismus und der Planwirtschaft

Dabei sei die Energiewende als Beitrag zum Klimaschutz wichtiger denn je. "Es ist höchste Zeit, diese endlich marktwirtschaftlich auszugestalten und eine Abkehr von Zentralismus und Planwirtschaft einzuleiten", sagt Hasler. (dpa/al)

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