Im Homeoffice gibt es viele Dinge, die ablenken. Umso schwieriger ist es daher auch, die nötige Disziplin aufzubringen.

Im Homeoffice gibt es viele Dinge, die ablenken. Umso schwieriger ist es daher auch, die nötige Disziplin aufzubringen.

Bild: © H_Ko/AdobeStock

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) hatte Anfang April eine Home-Office-Umfrage gestartet. Nun liegen die Auswertung der ersten Wochen vor. Über 80 Prozent der Befragten – 79 Prozent der Frauen und 85 Prozent der Männer – sind zufrieden im Home-Office, obwohl sozialer und professioneller Austausch, Unterstützung sowie Verbundenheit im Team als eher schlecht bewertet werden.

Hierbei zeigt sich, dass die reibungslose aufgabenbezogene Kommunikation einen stärkeren Zusammenhang mit der Zufriedenheit aufweist, als die informelle Kollegenkommunikation und das Gefühl von Teamgeist, teilt das Institut mit. Wichtig ist die Zufriedenheit im Homeoffice: Ein besonders deutlicher Zusammenhang zeigt sich mit der Aufrechterhaltung täglicher Arbeitsroutinen, sowohl individuell als auch im Team sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 

Fördernde und hemmende Faktoren

Faktoren, die dazu beitragen, dass es gut funktioniert: Eine gute technische Ausstattung, regelmäßige Team-Meetings, eine klare Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben und geeignete Räumlichkeiten tragen zur Aufrechterhaltung täglicher Arbeitsroutinen (im Team und individuell) bei. Hier besteht ein klarer Zusammenhang mit der Arbeitszufriedenheit im Home-Office. Um die technische Ausstattung gut in Betrieb nehmen und nutzen zu können, ist menschliche Hilfe förderlich, etwa durch Kolleginnen oder Kollegen. Der Arbeitgeber hat allerdings die Schlüsselrolle bei der Gewährleistung der guten Funktionalität technischer Hilfsmittel inne. Allgemein erweist sich der Beitrag der Unterstützung von Seiten des Arbeitgebers als wichtiger als der durch Belegschaft untereinander.

Aber es gibt auch Faktoren, die dazu beitragen, wenn etwas nicht gut funktioniert: Hier gilt, viel hilft nicht viel. Zu viele verschiedene technische Medien erschweren die Kommunikation untereinander. Zudem können virtuelle Lösungen das Menschliche nicht ersetzen. Die fehlende physische Nähe im Home-Office beeinträchtigt tägliche Arbeitsroutinen, individuell und auch im Team. Insgesamt wird im Home-Office deutlich weniger miteinander kommuniziert.

Produktivität wird etwas höher eingeschätzt

Die eigene Produktivität im Home-Office wird insgesamt als etwas höher eingeschätzt. Knapp 40 Prozent der Befragten fühlen sich bedeutend produktiver als bei der Arbeit vor Ort. Knapp 15 Prozent schätzen ihre Produktivität sogar als wesentlich höher ein. Dagegen führt die Einschätzung der Produktivität im Team zu geteilten Meinungen. Während die Hälfte der Teilnehmenden die Produktivität als gleich hoch betrachtet, verteilt sich die andere Hälfte auf höhere und niedrigere Einschätzungen (jeweils etwa 25 Prozent). Ausschlaggebend für die unterschiedlichen Produktivitätseinschätzungen scheinen auf Basis der vorliegenden Daten die Erreichbarkeit der Kollegen sowie die technische Ausstattung zu sein.

Wichtig ist außerdem: 34 Prozent der Frauen empfinden Produktivitätseinbußen, dem gegenüber nur 20 Prozent der Männer. Von Bedeutung ist hier das familiäre Umfeld. Befinden sich Kinder unter zwölf Jahren im Haushalt, sind ein Viertel der im Home-Office Beschäftigten unzufrieden mit ihrer Arbeitssituation. Im Gegensatz dazu sagen dies nur 15 Prozent der Personen ohne Kinder unter zwölf Jahren. Befinden sich Kinder unter zwölf Jahren im Haushalt, empfinden 37 Prozent ihre Produktivität als geringer, wohingegen dies bei nur 23 Prozent ohne Kinder unter zwölf Jahren der Fall ist.



Teilnahme ist noch möglich!

Die Auswertung betrachtet die erste Erhebungswoche (1.-7. April 2020) mit knapp 500 ausgewerteten Fragebogen. Insgesamt haben aber knapp 1300 Menschen teilgenommen und weitere können unter http://www.fit4homeoffice.de. sogar noch teilnehmen. Die Teilnehmenden sind bisher überwiegend in den Branchen Forschung und Entwicklung (48 Prozent) sowie IT, Telekommunikation und Medien (27 Prozent) tätig. (gun)

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