Birgit Keller, Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft im Freistaat Thüringen

Birgit Keller, Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft im Freistaat Thüringen

Bild: © Marcel Kummrich

Die Landesregierung hat Plänen für den Neubau einer Stromtrasse bis 2030 durch Südthüringen erneut eine Absage erteilt. "Eine solche Trasse würde durch das sensible Heldburger Unterland führen, das Landschaftsbild und insbesondere die Umgebung der Feste Heldburg erheblich beeinträchtigen", sagte Infrastrukturministerin Birgit Keller (Linke) am Dienstag in Erfurt. Thüringen könne dem nur dann zustimmen, wenn die Leitung über die Trasse der Thüringer Strombrücke nach Bayern weitergeführt würde.

Keller reagierte auf den neuen Entwurf für einen Netzentwicklungsplan 2030, den die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW Anfang Februar vorgestellt hatten. Er sieht unter anderem eine neue Freileitung vor, die zwischen Altenfeld (Ilm-Kreis) und Grafenrheinfeld in Bayern verläuft.

"Wir wollen unseren Beitrag zur Energiewende leisten"

Den Neubau der Leitung zwischen Schalkau (Landkreis Sonneberg) und Grafenrheinfeld lehnt die Regierung ab. Er würde nach Angaben des Infrastrukturministeriums einen deutlich längeren Verlauf der Stromtrasse durch den Freistaat bedeuten. "Wir wollen unseren Beitrag zur Energiewende leisten. Aber wir wehren uns jetzt gegen Stromverläufe, die nicht unbedingt durch Thüringen verlaufen müssen, sondern auch durch andere Länder verlaufen können", erklärte Keller.

Der neue Entwurf des Netzentwicklungsplans 2030 sieht noch eine weitere Leitung vor, von der Thüringen betroffen wäre. Dabei gehe es um die Netzverstärkung einer alten Verbindung auf etwa 24 Kilometern Länge, sagte Keller. "Das heißt: Neubau neben der vorhandenen Leitung und danach Abriss der alten Leitung." Dieses Projekt lehnt die Landesregierung nicht ab. (dpa/al)

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