Der Netzausbau hinkt in Deutschland stark hinter den Vorgaben her. Der Widerstand innerhalb der Bevölkerung gegen Neubauprojekte ist groß.

Der Netzausbau hinkt in Deutschland stark hinter den Vorgaben her. Der Widerstand innerhalb der Bevölkerung gegen Neubauprojekte ist groß.

Bild: © Uwe Schlick/pixelio.de

Vier Landkreise in Hessen protestieren gegen den möglichen Verlauf der Suedlink-Trasse auf ihrem Gebiet. An diesem Donnerstag will der Netzbetreiber Tennet bekanntgeben, welchen Korridor er bei der Bundesnetzagentur zur Entscheidung einreichen will. Suedlink soll den windreichen Norden mit den Ballungszentren im Süden verbinden.

Die Landräte der Kreise Hersfeld-Rotenburg, Werra-Meißner, Fulda und Main-Kinzig hoffen auf eine "objektive Beurteilung der Gesamtsituation". "Aus unserer Sicht sprechen die besseren Gründe für eine Trassenführung außerhalb unserer Landkreise", teilten die Landräte am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Beeinträchtigungen der Natur und der Biotope

"An erster Stelle sind die extremen Beeinträchtigungen der Natur und Biotope zu nennen, sowie die gravierenden Auswirkungen auf unsere Landwirtschaft", argumentiert der Landrat des Werra-Meißner-Kreises, Stefan Reuß (SPD). Thorsten Stolz (SPD) aus dem Main-Kinzig-Kreis verweist auf den Ausbau der Bahnverbindung zwischen Frankfurt und Fulda: "Durch die Vielzahl der Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre ist die Akzeptanz in der Bevölkerung dafür am Limit."

Fuldas Landrat Bernd Woide (CDU) befürchtet Nachteile für die Bevölkerung: Gegen die Region spreche "eine massive Überbündelung durch Autobahn, ICE-Trasse, Laugenleitungen, Erdgas und bestehende Stromleitungen". Hersfeld-Rotenburgs Landrat Michael Koch (CDU) warnt davor, "die Kumulation der Belastungen unserer Bürgerinnen und Bürger durch Infrastrukturmaßnahmen zu unterschätzen". (dpa/al)

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