Damit insbesondere kleine Kommunen die Daseinsvorsorge sichern können, wurde ein Leitfaden vom ISOE und Difu entwickelt.

Damit insbesondere kleine Kommunen die Daseinsvorsorge sichern können, wurde ein Leitfaden vom ISOE und Difu entwickelt.

Bild: © Reiner Rosenwald/pixelio.de

"Interkommunale Kooperation kann Akteure in kleinen Kommunen im Alltag in ihren vielfältigen praktischen Aufgaben der Daseinsvorsorge entlasten und so Freiräume und Anlässe für den Blick auf strategische Fragen schaffen", sagt Jutta Deffner vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und Leiterin des Forschungsprojekts.

Denn häufig seien Entscheidungsträger mit dringlichen Aufgaben im Alltagsgeschäft konfrontiert. "Momente, sich mit etwas Abstand den strategischen Zukunftsfragen der Gemeinde zu widmen, sind selten und wären aber wichtig, um die Kommunen in einer Region gemeinsam zukunftsfähig zu machen", so die Projektleiterin.

Definitionen, Beispiele und Leitfragen

Der Leitfaden "Lebensqualität und Daseinsvorsorge durch interkommunale Kooperation" erläutert konkret, an wen er sich richtet und für wen dieser sinnvoll sein könnte. In weiteren Schritten erörtert er interkommunale Zusammenarbeit und wie Leitlinien aufgestellt werden können, um die Ziele zu erreichen. Auch die Organisation und das Management zur Daseinsvorsorge werden angeschnitten. Leitfragen sollen dabei den Akteuren helfen, sich selbst zu reflektieren.

Zudem werden anschauliche Beispiele aufgezeigt: Im Energie- und Klimaschutzbereich wird auf Projekte in Bayern oder bei erneuerbaren Energien in Hessen verwiesen. Aber auch Themen wie die interkommunal abgestimmte Bauleitplanung in dem gemeinsamen Gewerbegebiet "Pommerndreieck" der mecklenburgisch-vorpommerschen Gemeinden Süderholz und Grimmen finden sich wieder. Lösungen für Leerstandsimmobilien werden ebenso, wie die alters- und einkommensgerechte Gestaltung des Wohnungsangebotes, aufgegriffen.

Wasser, Nahraum und Wohnen im Detail

Dazu werden Dokumente wie Masterpläne oder Konzepte verlinkt, an denen sich die Leser orientieren können. Schließlich widmen sich die Wissenschaftler den einzelnen Handlungsfeldern Wasser, Nahraum und Wohnen detaillierter.

"Die Bereiche Wasser, Wohnen und Nahraum stehen beispielhaft für die Potenziale interkommunaler Zusammenarbeit", betont der Wissenschaftler Jan Hendrik Trapp, vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu). Die möglichen Formate und Organisationsformen dafür reichen von Austauschforen und informellen Netzwerken über Zweckverbände und öffentliche Körperschaften bis hin zu privatrechtlichen Unternehmensformen.

Organisationsform an Aufgabengebiet angepasst

Der Leitfaden hält für Kommunen viele Beispiele bereit, die zeigen, welche Organisationsform sich für welches Aufgabengebiet eignet und gibt Anregungen, die Kooperationen nicht nur aufgabenbezogen und sektoral anzulegen. Er zeigt darüber hinaus auch Möglichkeiten auf, wie eine räumlich integrierte, handlungsübergreifende kommunale Zusammenarbeit strukturiert und umgesetzt werden kann.

Der Leitfaden entstand im Rahmen des vom Bundesforschungsministeriums (BMBF) geförderten Forschungsprojekts "LebensWert" und kann hier heruntergeladen werden. (ab)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper