Die Bundesnetzagentur dringt auch angesichts des Anschlags gegen die Stromversorgung der Tesla-Fabrik bei Berlin auf mehr Sicherheit für die Energienetze. «Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit resilienter Energieversorgungsstrukturen in Deutschland», sagte eine Sprecherin der Netzagentur der Deutschen Presse-Agentur.
«Der Gesetzgeber erarbeitet gerade mit dem Kritis-Dachgesetz die Anforderungen an die Sicherheit von kritischer Infrastruktur auch gegenüber physische Gefahren. Ziel ist, das Sicherheitsniveau weiter anzuheben“, so die Sprecherin. Gleichzeitig sollten die konkreten Anforderungen zu den jeweils vorliegenden, teilweise spezifischen Risiken der Betreiber passen.
Kritis-Dachgesetz im Bundeskabinett
Die Behörde verwies damit auf bereits bestehende Pläne. Nach Angaben des Innenministeriums wird sich das Bundeskabinett zeitnah in der ersten Jahreshälfte mit dem sogenannten Kritis-Dachgesetz befassen. Damit soll die kritische Infrastruktur besser gegen Gefahren geschützt werden.
Am Dienstag hatten bisher unbekannte Täter auf einem Feld in Ostbrandenburg Feuer an einem Strommast gelegt, der auch die Versorgung der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin gewährleistet. Der Mast war frei zugänglich. Die Tesla-Fabrik und ein Logistikzentrum der Handelskette Edeka haben noch immer keinen Strom.
Arbeiten am Strommast in drei Schichten
Der zuständige Energieversorger Edis arbeitet mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Stromversorgung. Am Samstag teilt das Unternehmen mit, dass umfangreiches Material, wie Baugestänge und zahlreiche Komponenten aus der Hochspannungstechnik, auf der Baustelle bei Freienbrink/Grünheide eingetroffen sei.
Unmittelbar nach der Anlieferung konnte mit der Konstruktion und Montage zweier sogenannter imposanter Hochspannungs-Portale begonnen werden. Da auf der gesamten Baustelle in einem Drei-Schichtsystem gearbeitet wird, konnten bei der Montage sowie im Tiefbau bereits am Samstag wesentliche Fortschritte erzielt werden.
Wassereintritt in die Baustelle
Beide Portale sind tragender Bestandteil für die Verbindung zwischen dem unterirdischen Kabelsystem sowie dem am Mast abgespannten Freileitungssystem, teilt Edis mit. Sie bestehen aus massiven Fundamenten und aufwendigen Stahlgitterkonstruktionen, die vor Ort von Hand von spezialisierten Fachkräften montiert wurden.
Neben der Montagearbeit konnte zwischenzeitlich auch der Tiefbau abgeschlossen werden, das heißt, die Erdkabelsysteme sind nun vollständig freigelegt und für die Verbindung mit der vom Mast abgespannten Freileitung vorbereitet. Dabei komme erschwerdend hinzu, dass aufgrund der feuchten Bodenbeschaffenheit Wasser in die Baustelle eintritt. Dem werde mit einer fortlaufenden Entwässerung begegnet, so Edis. (hp mit Material von dpa)


