Andreas Pinkwart, der Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, sieht bei der Energiewende großen Handlungsbedarf.

Andreas Pinkwart, der Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, sieht bei der Energiewende großen Handlungsbedarf.

Bild: © R. Sondermann/Land NRW

Derzeit werden lediglich 2,8 Prozent des nordrhein-westfälischen Stromverbrauchs aus Photovoltaik-Dachanlagen erzeugt. Das sind nach Angaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) rund 3,9 Mrd. kWh. Die Landesbehörde hat, um diesen Anteil zu steigern, ein Solarkataster für Nordrhein-Westfalen (NRW) erstellt. Daraus geht hervor, dass der Anteil des durch Sonnenenergie erzeugten Stroms allein zwischen Weserbergland und Niederrhein auf rund 68 Mrd. kWh steigen könnte.

"Strom dort zu produzieren, wo er verbraucht wird, ist einer der großen Vorteile der Dachflächen-Photovoltaik", erläutert NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. "Dabei versiegeln Solaranlagen auf Dächern keine zusätzliche Fläche, was gerade im dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen von großer Bedeutung ist. Und sie ermöglichen durch Einbindung von Speichern und Ladepunkten dezentrale Quartierskonzepte, die die Energiewende voranbringen."

Für jedes Dach die richtige PV-Anlage

Thomas Delschen, der Präsident des LANUV, betont vor allem den Nutzen, der sich für Bürger und Energieversorger gleichermaßen ergibt. Mit einer online verfügbaren Anwendung zum Solarkataster habe jeder Hausbesitzer die Möglichkeit, sich die Potenziale auf dem Dach anzuschauen. Es sei nun möglich, "für jedes Dach in NRW belastbare Informationen über die zu erwartenden energetischen und finanziellen Erträge einer Solaranlage zu bekommen".

Auch die Einbindung von Speichern und Elektroautos könne bei der Berechnung einer Photovoltaik-Anlage simuliert werden, so Delschen weiter. Besonders große Potenziale böten sich in den dicht besiedelten Regionen wie Köln, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet. Das NRW-Solarkataster wird monatlich aktualisiert und enthält neben den Berechnungen für einzelne Dachflächen auch Planungshinweise. Kommunale Institutionen haben die Möglichkeit, es über einen Link in ihren Internetauftritt einzubinden. (sig)

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