Die Stadt Osnabrück wird für ihr Engagement für eine gelungene Stadtentwicklung mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 in der Kategorie Großstadt gewürdigt. Dies teilte die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis am heutigen Donnerstag (8. August) in Düsseldorf mit. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert. Er wird in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen verliehen. Unter den Top 3 der nachhaltigsten Großstädte rangieren außerdem Erlangen und Stuttgart.
Starke Einbindung der Bürger bei Stadtentwicklung
Die Stadt Osnabrück habe einen Indikatoren-Katalog entwickelt, der es sowohl der Verwaltung als auch der Bevölkerung ermögliche, die Umsetzung strategischer Stadtentwicklungsziele detailliert zu überprüfen, begründete die Stiftung die Entscheidung. Die Menschen hätten ihre Ideen zur nachhaltigen Stadtentwicklung beim "Masterplan Innenstadt" einbringen können. Bei diesem Masterplan gehe es unter anderem um weniger Platz für den motorisierten Individualverkehr und die Schaffung attraktiver Grünflächen. Die Stadt habe auch etwas für den Klima- und Ressourcenschutz getan, indem sie etwa ökologische Standards in der Bauleitplanung gesetzt oder zum ersten Mal in Deutschland ein Solardachkataster erstellt habe.
"Nachhaltigkeit strukturell verankert"
"Nachhaltigkeit ist in Osnabrück eine Querschnittsaufgabe, an der alle Fachbereiche und vor allem die Bürgerschaft mitwirken. Wir haben daher nicht mit einem, sondern einer Vielzahl von konkreten Projekten, aber auch der strukturellen Verankerung des Themas Nachhaltigkeit gepunktet", erläutert Claas Beckord, Abteilungsleiter Strategische Stadtentwicklung und Statistik.
"Agenda21-Prozess in Aschaffenburg"
In der Kategorie nachhaltigste Städte mittlerer Größe landete Aschaffenburg (Bayern) ganz vorn, vor Pfaffenhofen an der Ilm (Bayern) und St.Ingbert (Saarland). Die Hochschulstadt Aschaffenburg verfolgt mit dem „Agenda21-Prozess“ einen partizipativen Ansatz und achtet als regionaler Vorreiter in Sachen Fairtrade auf sozialgerechten Handel und bewussten Konsum. Mit dem Bau und der Inbetriebnahme eines Biomasseheizkraftwerks in der Altstadt wurden zudem die Ziele der Energieeinsparung und des Umstieges der Wärmeversorgung von bisher fossilen Energien auf regenerative Energieträger erfolgreich umgesetzt.
Bad Berleburg: Digitale Maßnahmen für mehr Lebensqualität
Sieger in der Kategorie nachhaltigste Kleinstädte und Gemeinden ist Bad Berleburg (Nordrhein-Westfalen) vor Dornstadt und Wildpoldsried. Mit dem Leitbild "Bad Berleburg 2030" hat die "Stadt der Dörfer" inmitten des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge ein Handlungsprogramm für eine zielgerichtete, nachhaltige Entwicklung erarbeitet, um dem demografischen Wandel zu begegnen und auch 2030 ein Wohnen und Wirtschaften in der Kernstadt und den umliegenden Dörfern zu ermöglichen. Im Reallabor "WittgensteinWandel" werden im Rahmen der "Digitalen Agenda BLB" digitale Maßnahmen für mehr Lebensqualität erprobt. (hoe/dpa)
