Die Ergebnisse der Kommission "Wachsrum, Strukturwandel und Beschäftigung" waren auch ein großes Thema der Leitmesse der Energie. "Die Beschlüsse der Kommission müssen eins zu eins umgesetzt werden", forderte Marie-Luise Wolff, Präsidentin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), bei der Eröffnung der Messe. Es wäre ein Fehler, diese Beschlüsse jetzt in Frage zu stellen. Die Politik müsse nun schnell in die Umsetzung gehen. Schließlich seien die Beschlüsse der Kohlekommission eine einmalige Gelegenheit, große Fortschritte beim Klimawandel zu machen. "So eine Chance kommt so schnell nicht wieder", betonte Wolff. Endlich könne man aus dem Status der "Problembewunderung" herauskommen. Alle Seiten sollten zu den Beschlüssen stehen. Die Ergebnisse sollten jetzt nicht mehr zerredet werden.
Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, sieht in Bezug auf die jüngst geäußerte Kritik aus seiner Partei die Lage "gelassen". Kritik gebe es immer, auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums wurde Kritik laut. Die Politik habe nun mit den Ergebnissen eine Arbeitsgrundlage, die nun umgesetzt werde. Die nächsten Wochen werden "hart, eine Mammutaufgabe" stehe an, da es von Seiten der Politik zu Gesprächen mit den betroffenen Unternehmen komme. Doch Bareiß zeigte sich zuversichtlich, dass die Regierung schon Ende Mai ein Gesetzgebungspaket vorlegen werde.
Chancen der Transformation
Generell sieht die Energiebranche – nach harten Jahren der Umstellung – die Perspektiven wieder positiver: BDEW-Chefin Wolff machte deutlich: "Die Zukunft der Energiewirtschaft sind die erneuerbaren Energien." So deutlich hat die Branche die Chancen der Transformation noch nie dargestellt. Die Erneuerbaren werden mit Hilfe innovativer Technologien Schritt für Schritt die Energieversorgung der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt übernehmen. Zum Vergleich: Letztes Jahr wurde zur Eröffnung der E-World noch nach Kapazitätsmärkten gerufen. Doch nun werden von der Branche die Wachstumschancen gesehen, sowohl durch die E-Mobilität als auch durch die Sektorkopplung und die Digitalisierung.
Staatssekretär Bareiß hob ferner hervor, dass die Politik ein klares Bekenntnis zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) abgeben habe, durch das Energiesammelgesetz und die Verlängerung des KWKG bis 2015. Dieses Bekenntnis werde auch fortbestehen. Auch Gas werde in Zukunft eine sehr bedeutende Rolle im System spielen, durch neue Technologien wie Power to Gas. Gas werde zunehmend durch grünes Gas ersetzt.
Emissionshandel ausdehnen
Bareiß warb, den Emissionshandel ETS weiter zu unterstützen. Schließlich sei der ETS das Instrument, um die Emissionen zu mindern. Er regte an, den ETS auch auf Non-ETS-Bereiche auszuweiten. Doch für diese Idee brauche es eine Mehrheit in Europa.
Die E-World wird größer und internationaler, betonte Niels Ellwanger, Vorstand Conenergy. Dieses Jahr kamen 780 Aussteller in die Energiehauptstadt. Großen Zustrom verzeichnete die Messe vor allem aus dem Ausland: 50 neue Aussteller. Bei den Schwerpunktthemen verzeichnete die Messe vor allem Zulauf von Start-ups im Sektor Smart Cities. Erstmals wird während der Messe auch das Glasfaserforum NRW abgehalten. Die Messe erwartet etwa 25.000 Besucher. (al)



