Zwischen Deutschland und den Niederlanden gibt es Gespräche über eine Zusammenarbeit beim Ausbau der Stromnetze.

Zwischen Deutschland und den Niederlanden gibt es Gespräche über eine Zusammenarbeit beim Ausbau der Stromnetze.

Bild: © peno-penofoto.de/adobe.stock

Die Bundesregierung hat Spekulationen über eine Beteiligung am Stromnetzbetreiber Tennet widersprochen. Zu einem eventuellen Anteilserwerb des Bundes gebe es bislang keine Entscheidung, teilte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Freitag in Berlin mit. Zwischen Deutschland und den Niederlanden gebe es Gespräche über eine Zusammenarbeit beim Ausbau der Stromnetze. «Wie und in welcher Form eine solche Zusammenarbeit ausgestaltet werden kann, ist aktuell nicht entschieden.»

«Der Spiegel» hatte zuvor von einem bevorstehenden Einstieg des Bundes berichtet. Zwischen Wirtschafts- und Finanzministerium sei nur noch umstritten, ob der Bund die Mehrheit übernehmen oder sich mit einem Anteil von unter 50 Prozent begnügen solle. Das Bundesfinanzministerium wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern. Dem «Spiegel»-Bericht zufolge geht es um den Netzausbau in Deutschland. Der niederländische Staat, der die Mehrheit an Tennet hält, sei nicht bereit, die dafür notwendigen, milliardenschweren Investitionen zu finanzieren. Bis zum Jahr 2028 soll es um eine Summe von mindestens 35 Milliarden Euro gehen. Vor zwei Jahren hatte der Bund bereits 20 Prozent am Netzbetreiber 50Hertz übernommen, um einen Einstieg Chinas zu verhindern.

Hoher Eigenkapitalbedarf für Investitionen

Eine Tennet-Sprecherin sagte, das Unternehmen diskutiere «seit einiger Zeit intensiv mit seinem Anteilseigner, dem niederländischen Staat vertreten durch das Finanzministerium, über seinen Eigenkapitalbedarf». Der Finanzminister habe bereits im vergangenen Jahr angekündigt, dass das niederländische Parlament Mitte 2020 über Lösungen für zusätzliches Eigenkapital zur Finanzierung der schnell wachsenden Investitionen von Tennet sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland informiert werde. «Es wird erwartet, dass diese Lösungen demnächst vorgelegt werden», sagte die Sprecherin. (dpa/hoe)

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