Sachsen-Anhalt hat das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2020 auf 31,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent zu senken. Die Emissionslücke hierzu beträgt noch etwa 1,8 Mio. Tonnen. Die Umsetzung erfolgt nun über ein neues Klima- und Energiekonzept, das die Energieministerin Claudia Dalbert vorgestellt hat. "Mit diesem Klima- und Energiekonzept hat Sachsen-Anhalt eine bundesweite Vorreiterfunktion, weil wir die Einsparung von Treibhausgasen auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschungsergebnisse konkret berechnet haben", betont Dalbert.
"Moderne Klimaschutzpolitik kann nur erfolgreich sein, wenn wir Klimaschutz und Energiewende zusammen betrachten", erläuterte die Ministerin. Deutschland werde unumkehrbar aus der klimaschädlichen Kohle aussteigen. Der Vorschlag der "Kommission‚ Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" sei der Startschuss für diesen nun anstehenden politischen Prozess.
In 14 Monaten am Ziel
Innerhalb von nur 14 Monaten wurde das Klima- und Energiekonzept fertiggestellt. Es wurden fünf Facharbeitsgruppen gebildet, die aus Vertretern von Ministerien und Fachbehörden, der kommunalen Spitzenverbände, der Kammern und Hochschulen sowie der Verbraucherzentrale bestanden. Daneben wurden die Verbände und Kirchen im Rahmen von Konferenzen eingebunden.
Für die fünf Handlungsfelder Energiewirtschaft, Gebäude, Verkehr, Industrie und Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft wurden die Maßnahmen mit dem größten Potenzial zur Einsparung von Treibhausgasen und dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis von den Experten in den einzelnen Facharbeitsgruppen ermittelt. Dies waren unter anderem der Ausbau von Photovoltaik (auf Freiflächen), die Photovoltaik auf Dachflächen, die Elektromobilität für Pkw und Nutzfahrzeuge, die Steigerung der Nutzung industrieller und gewerblicher Abwärme sowie die Sicherung produktiver und klimastabiler Wälder.
Breit angelegtes Monitoring
Die Umsetzung des Klima- und Energiekonzeptes fällt in die Verantwortung der jeweils zuständigen Ressorts und wird über ein breit angelegtes Monitoring begleitet. Hierzu ist unter anderem ein unabhängiger wissenschaftlicher Beirat unter dem Vorsitz von Reimund Schwarze, Leiter der Abteilung "Klimaökonomie" am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) berufen.
Insgesamt wurden in den Facharbeitsgruppen 102 Maßnahmen mit 330 Instrumenten diskutiert. Es entstanden daraus 72 konkrete Maßnahmen. Davon konnten für 38 Maßnahmen die Einsparungen an Treibhausgasen und die Kosten berechnet werden. Das Konzept steht als PDF-Dokument auf der Homepage des Umweltministeriums zum Download zur Verfügung. (al)
