Thorsten Schäfer-Gümbel (l.), kommissarischer
SPD-Vorsitzender, und Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister, vor Beginn der Fraktionsklausur der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag.

Thorsten Schäfer-Gümbel (l.), kommissarischer SPD-Vorsitzender, und Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister, vor Beginn der Fraktionsklausur der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

In der Diskussion um mehr Klimaschutz will die SPD-Fraktion im Bundestag die Preise für den öffentlichen Nahverkehr deutlich senken. "Wir wollen, dass jede und jeder flächendeckend mit Bus und Bahn zu bezahlbaren Preisen, egal ob in der Großstadt oder auf dem Land, unterwegs sein kann", heißt es in einem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über den die "Süddeutsche Zeitung" berichtete. Kommunen sollten deshalb "bei der schrittweisen Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets" unterstützt werden.

Interims-Fraktionschef Rolf Mützenich sagte zum Auftakt einer zweitägigen Fraktionsklausur: "Ich glaube, es wird auf jeden Fall etwas kommen, was den öffentlichen Nahverkehr noch attraktiver macht als bisher." In einigen Städten wie Bonn und Reutlingen gibt es solche Nahverkehrs-Jahreskarten zum Preis von einem Euro pro Tag bereits.

Mehr europäische Anstrengung für den Klimaschutz

In einem Papier, das die Fraktion am Freitag beschließen will, fordern die Sozialdemokraten auch mehr europäische Anstrengung für den Klimaschutz. So müsse das EU-Klimaschutzziel für 2030 angehoben werden, und zwar von 40 auf bis zu 55 Prozent Treibhausgasminderung gegenüber 1990. Auch Fliegen müsse europaweit wieder einen angemessenen Preis bekommen. "Alles das, was wir national beschließen, wird keine Zukunft haben, wenn es uns nicht gemeinsam gelingt, es zusammen eben auch mit Europa (...) umzusetzen", betonte Mützenich.

Deutschland muss aus Sicht der Fraktion in Europa insgesamt mehr Verantwortung übernehmen - und auch mehr Geld in die EU-Kasse zahlen. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft 2020 wollen die Sozialdemokraten nutzen, um die EU in Sachen Klimaschutz und Steuergerechtigkeit, bei internationalen Beziehungen und in der Migrationspolitik voranzubringen. Fraktionsvize Achim Post sagte: "Statt einseitiger Sparpolitik und ewigem Klein-Klein braucht Europa eine mutige Zukunftsstrategie 2030, die Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Innovation verbindet." Nötig sei eine "Schubumkehr hin zu deutlich mehr nachhaltigen Zukunftsinvestitionen". (dpa/hil)

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