Busse und Bahnen waren durch die Pandemie deutlich geringer ausgelastet.

Busse und Bahnen waren durch die Pandemie deutlich geringer ausgelastet.

Bild: © Christian-Müller/stock.adobe.com

Für erfolgreichen kommunalen Klimaschutz sollten sich Städte und Gemeinden aus Sicht des Städtetags Baden-Württemberg auf ihre eigenen Stärken konzentrieren. "Wenn meine Kommune nicht in einer sonnenreichen Region liegt, macht es nicht so viel Sinn, alle Dächer mit Solaranlagen auszustatten", sagte Gudrun Heute-Bluhm vom Vorstand des Städtetags.

Doch dann könne man vielleicht stärker auf Windkraft oder Geothermie setzen. Bislang scheitere kommunaler Klimaschutz oft auch an der Finanzierung. Deshalb brauche es eine gezielte Anschubfinanzierung des Landes, sagte Heute-Bluhm.

Fortschrittliche Energie- und Klimapolitik

Als erfolgreiche Beispiele für kommunalen Klimaschutz sieht die frühere Oberbürgermeisterin der Kreisstadt Lörrach 15 baden-württembergische Kommunen, die am Freitag in Ravensburg neben
32 weiteren Kommunen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich und der Schweiz den "European Energy Award Gold" verliehen bekommen.

Mit der Auszeichnung werden Kommunen für eine besonders fortschrittlichen Energie- und Klimapolitik geehrt. Zu den Preisträgern zählen etwa Stadt und Kreis Ravensburg sowie die Kreise Biberach und Sigmaringen und die Städte Friedrichshafen und Lörrach.

Leitfaden für nachhaltiges Bauen

Die Region um Ravensburg zeichne ein natürliches und pragmatisches Verhältnis zum Klimaschutz aus, sagte Heute-Bluhm zu der Auszeichnung. Zudem sei Klimapolitik dort kein Parteithema, sondern funktioniere über Parteigrenzen hinweg.

Die Stadt Ravensburg wird etwa für ihren Leitfaden für nachhaltiges Bauen geehrt. Damit hat die Kommune ein Bewertungssystem etabliert, das bei öffentlichen Bauvorhaben energetische und ökologische Standards sicherstellt.

Gelegenheitsfahrten nehmen zu

Die Stadt Lörrach erhält Anerkennung für ein Kombiticket für den öffentlichen Nahverkehr, das zu einer Steigerung der Fahrgastzahlen führte. Mit dem "Ticket4Lö" sind vier Fahrten für vier Euro möglich.

Nach Einführung des Tickets stieg der Anteil der Gelegenheitsfahrten am Gesamtverkehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der Stadt um elf Prozent. (dpa/jk)

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